🔎 Was ist Psychosexologie?
Die Psychosexologie ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, das Psychologie und Sexualwissenschaft miteinander verbindet. Obwohl Sexualität eine enorme Bedeutung für das menschliche Leben hat, beschäftigt sich nur eine relativ kleine Anzahl von Fachleuten mit diesem Thema. Sexualität ist mehr als eine rein körperliche Funktion – sie ist ein Spiegel unseres psychischen Zustands und unserer emotionalen Entwicklung..
„Die reife Sexualität ist eine Quelle des psychischen Wohlbefindens, während eine dysfunktionale Sexualität die Ursache tiefgreifender psychologischer Probleme sein kann.“
🔬 Wo wird die Psychosexologie angewendet?
- In der klinischen Psychologie – zur Behandlung sexueller Funktionsstörungen
- In der forensischen Psychologie – Beurteilung und Behandlung von Sexualstraftätern
- In der Beratung von Opfern sexueller Gewalt
- In der Psychodiagnostik traumatischer sexueller Ehrfarungen
🧩 Psychosexuelle Probleme
Sexuelle Probleme sind oft nicht isoliert – sie spiegeln umfassendere emotionale und kognitive Konflikte wider:
- Schwierigkeiten beim Erreichen sexueller Zufriedenheit
- Intimitätsvermeidung
- Dysfunktionale Partnerschaftsbeziehungen
- Unverarbeitete Kindheitstraumata
🌗 Die dunkle Seite der Sexualität
Sexualität kann ein Motor von Gesundheit und Nähe sein, aber auch eine Quelle von Schmerz:
- Destruktiv, wenn sie die Form von Abhängigkeit, Obsession oder Kontrolle annimmt.
- Vernachlässigt, in Gemeinschaften, in denen sexuelle Bildung nicht vorhanden ist
- Tabuisiert, was zur Verdrängung und zur Entstehung von Schuldgefühlen führt
Sexualdelikte, verdrängte Traumata und ein mangelndes Verständnis der eigenen Sexualität können zu schwerwiegenden psychischen Konsequenzen führen, sowohl für den Einzelnen als auch für seine zwischenmenschlichen Beziehungen.
Psychologie der Sexualität ist zweifellos eines der interessantesten Fachgebiete, mit dem sich nur eine relativ geringe Zahl von Fachleuten beschäftigt. Daher ist dieses unerschöpfliche Thema des menschlichen Funktionierens von außerordentlicher Bedeutung für ein angemessenes psychisches Wohlbefinden. Die Psychosexologie stellt somit eine Kombination zweier Wissenschaften dar: der Psychologie und der Sexologie (als medizinische Subdisziplin) und fällt daher teilweise in den Zuständigkeitsbereich der klinischen Psychologie.
Ein Aspekt, in dem sich Psychosexologie und forensische Psychopathologie miteinander verbinden sind Sexualdelikte und deren Täter (häufiger) beziehungsweise Täterinnen (seltener) sowie die Behandlung und Unterstützung der Opfer dieser Sexualdelikte, ebenso wie die Behandlung der Täter selbst, mit denen die Gesellschaft zwangsläufig umgehen muss. Allerdings ist die Anzahl der Opfer stets erheblich höher als die offiziell erfasste, ebenso wie die Zahl der Täter, da sich Opfer nur sehr schwer zur Anzeige von Sexualdelikten entschließen, weil sie durch das Rechtssystem unzureichend geschützt werden. Glücklicherweise ist die Psychosexologie nicht in dem Maße düster wie im Kontext sexueller Delinquenz, sondern erweist sich – sofern sie akzeptiert wird – als ausgesprochen positiv und lebensbejahend; sie kann jedoch destruktiv werden, wenn es zu einer Übersteigerung der Sexualität kommt, wobei sich auch im Kontext sexueller Funktionen manifestieren können sexuelle Funktionsstörungen, die den Gegenstandsbereich der Psychosexologie im Zusammenhang mit der Psychopathologie des Alltagslebens darstellen.
Die menschliche Sexualität stellt möglicherweise den komplexesten Bereich menschlicher Existenz dar, in den dennoch nahezu alle Mitglieder der menschlichen Spezies auf direkte oder indirekte Weise einbezogen sind. Sexualität bemerkt der Beginn unseres Lebens; eine Besonderheit ausschließlich der menschlichen (und nicht der tierischen) Sexualität besteht jedoch nicht nur in der Reproduktion, sondern auch in der Fähigkeit zum Erleben von Lust. Bei einzelnen Personen oder Gruppen kann sich dieses Lustempfinden zu Ausschweifung entwickeln, wodurch e im intimen Leben zu sexuellen Funktionstörungen kommt. Eine authentische und reife Sexualität ist in der Regel erst nach dem fünfundzwanzigsten Lebensjahr gegeben; dieser Prozess unterliegt jedoch individuellen Unterschieden, sodass bei manchen Menschen sexuelle Reife weder in den Dreißigern noch sogar in den Vierzigern erreicht wird. Sexualität unterliegt Phasen von Auf- und Abschwung und ist eng mit dem psychischen Erleben verbunden. Bei erwachsenen Personen führt sexuelle Zufriedenheit häufig zu einer erleichterten Bewältigung weiterer Lebensprobleme. Bei manchen Menschen stellen sexuelle Schwierigkeiten jedoch nicht die einzigen Belastungen dar, sondern können auch eine Funktion der Entlastung vom altäglichen Stress übernehmen. Andereseits , kumulierte psychische Probleme führen in der Regel zu einer Verschlechterung des sexuellen Erlebens zwischen Partnern.
Zahlreich sind die sexuellen Problembereiche, aufgrund derer sich Menschen an eine Psychologin oder einen Psychologen wenden. Bei Frauen stehen diese insbesondere im Zusammenhang mit der Orgasmuserfahrung oder mit dem Vaginismus. Letzterer kann auch für die Partner eine erhebliche Belastung darstellen, während Erstgenanntes in unserer konservativen Gesellschaft stark verbreitet ist, in der weibliche Masturbation kaum praktiziert wird..
Sehr häufig wird Mädchen, die in traditionell religiösen Milieus erzogen wurden, geraten, auf Masturbation zu verzichten. Unabhängig von religiösen Überzeugungen sollte jedes Mädchen, das diesen Text liest und dies bislang nicht getan hat, diese Erfahrung machen, ebenso wie jeder junge Mann; üblicherweise geschieht dies bei Jungen aus eigener Initiative, während es Mädchen untersagt wird. Dies verdeutlicht in hinreichendem Maße die Existenz doppelter Standards in der Sexualität von Frauen und Männern.
Männer suchen häufig psychologische Hilfe aufgrund von Problemen mit dem Selbstvertrauen im sexuellen Kontext, einer Fixierung auf die Größe oder Form der Genitalien – Problematiken, die auch bei Frauen auftreten können.
Tatsächlich entwickeln Frauen gelegentlich eine Abneigung gegenüber ihren eigenen Genitalien, da diese oft mit der Vorstellung verbunden werden, die Genitalien seien eine „schamhafte Körperregion“, wodurch Mädchen lernen sollen, sich dafür zu „schämen“. In einigen Religionen gelten Frauen während der Menstruation als „unrein“, als wäre die Menstruation kein völlig natürlicher, von „Gott“ (das heißt: von der Natur) gegebener Vorgang.
Andererseits gibt es Männer, die es genießen, während der Menstruation Geschlechtsverkehr mit einer Frau zu haben. Dies kann jedoch mitunter zu Problemen in der Partnerschaft führen, insbesondere dann, wenn die Frau diese Erfahrung nicht gleichermaßen positiv erlebt.
In Partnerschaften treten sexuelle Probleme häufig aufgrund mangelnder Kenntnisse oder aufgrund der Unfähigkeit beziehungsweise des Nichtwissens darüber auf, wie bestimmte sexuelle Präferenzen dem Partner mitgeteilt werden können. Der sexuell rezeptive Teil eines emotionalen oder sexuellen Paares kann davon ausgehen, dass die Mitteilung der eigenen sexuellen Präferenzen beim insertiven Partner eine Form von Ekel auslösen könnte, weshalb diese nicht kommuniziert werden, während der Partner gerade in Bezug auf diesen Aspekt annehmen kann, dass es sich um ein wünschenswertes sexuelles Verhalten handelt.
In der psychosexologischen Beratung wird die Sexualität der Person detailliert untersucht, und die Beurteilung der Sexualität ist in der Regel auch Bestandteil der allgemeinen klinischen sowie der forensisch-klinischen psychodiagnostischen Beurteilung.. Die Sexualität wird seit der Kindheit analysiert, um festzustellen, dass es in der Kindheit zu keinen sexuellen Traumatisierungen gekommen ist, da sexuelle Traumata in der Kindheit, wenn sie nicht angemessen durch eine psychotherapeutische Behandlung aufgearbeitet werden, im Erwachsenenalter nahezu regelhaft einen echten sexuellen Zusammenbruch der Persönlichkeit darstellen und die Person zu äußerst destruktivem Verhalten gegenüber sich selbst führen können.
Wird eine sexuell traumatisierende Erfahrung aus der Kindheit im Erwachsenenalter reaktiviert, so wird die Sexualität „infantilisiert“, und es entstehen gestörte sexuelle Aktivitäten.
So finden sich beispielsweise bei pädophil gestörten Personen (Hebephilie – sexuelle Neigung zu frühpubertierenden Kindern bis zum 14. Lebensjahr, beziehungsweise Ephebophilie – sexuelle Neigung zu älteren Pubertierenden beziehungsweise frühen Jugendlichen bis zum 17./18. Lebensjahr) sehr häufig Erfahrungen sexuellen Missbrauchs in der Kindheit, wobei diese Erfahrungen oft mit genau dem Alter verbunden sind, das sie sexuell bei Kindern bevorzugen (Pädophile können sich sexuell an Kindern unterschiedlichen Alters erregen, was mit dem Alter zusammenhängen kann, in dem das sexuell missbräuchliche Verhalten in der Kindheit stattgefunden hat).
Viele Jugendliche sind psychosexuell nicht „reif“ beziehungsweise „erwachsen“, sodass ihr Niveau der psychosexuellen Reife nicht als gleichwertig mit dem Niveau ihrer kognitiven Reife angesehen werden kann. Die körperliche Entwicklung kann deutlich voranschreiten und damit auch die biologische beziehungsweise sexuelle Entwicklung, doch dies bedeutet nicht, dass die junge Person auch psychisch beziehungsweise psychosexuell reif für die Aufnahme sexueller Aktivitäten ist. So kann eine 15-jährige Person äußerlich wie 19 Jahre alt wirken, während sie auf psychosexueller Ebene sogar erst 13 Jahre alt ist, das heißt, dass sich die Sexualität noch in einer kindlichen Entwicklungsphase befindet.
Die Entwicklung einer gesunden psychosexuellen Identität sowie gesunder sexueller Interaktionen mit anderen stellt die Grundlage eines gesunden sexuellen und damit auch psychischen Lebens dar. Sexualität erfordert zudem verantwortungsvolles Verhalten, da riskante sexuelle Verhaltensweisen nicht nur mit negativen Folgen für die körperliche, sondern auch für die psychische Gesundheit verbunden sind. Sexualität entwickelt sich von Beginn unseres Lebens an und bringt in unterschiedlichen Lebensphasen unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Die Fragen, die sich beziehen auf
die psychodiagnostische Beurteilung psychosexueller Probleme sowie die psychosexologische Beratung können in mehrere allgemeine Bereiche eingeteilt werden:
Genderfragen

Geschlechterfragen haben sich im Laufe der Zeit verändert und sind heute zu sehr wichtigen Themen im Zusammenhang mit der Gleichberechtigung der Geschlechter, das heißt von Frauen und Männern in der modernen Gesellschaft, geworden. Frauen wurden lange Zeit marginalisiert und befinden sich auch heute noch in einer deutlich untergeordneten Position gegenüber Männern, was die Menschenrechte betrifft, wodurch es zu Ausbeutung, Missbrauch und anderen Formen der Gewalt gegen Frauen kommt, was insbesondere durch zahlreiche Tötungsdelikte und Gewalttaten belegt wird, die in letzter Zeit an Frauen verübt wurden. Andererseits gibt es auch verschiedene Formen des Missbrauchs von Gewalt, und in der Praxis werden Situationen angetroffen, in denen Männer psychischer Gewalt durch ihre Partnerinnen ausgesetzt sind, worauf sie mit physischer Gewalt reagieren, sodass Gewalt in der Partnerschaft oder in der familiären Gemeinschaft fortbesteht als ihr modus vivendi.. Menschen wenden sich häufig wegen des Gefühls der Ungleichberechtigung in der Ehe, in emotionalen Liebesbeziehungen, in beruflichen Partnerschaften oder im familiären Umfeld an professionelle Hilfe, was seine Grundlagen auch im eigentlichen Konzept der Beziehung zwischen zwei Menschen hat, die nahezu regelhaft nach dem Prinzip aufgebaut ist, dass eine Person eine dominantere und die andere eine submissivere Rolle einnimmt.
In der Regel passen die Persönlichkeitsstrukturen nicht zueinander, weshalb es zu Meinungsverschiedenheiten kommt; durch die Herstellung eines Gleichgewichts mittels der Erkenntnis eigener und fremder Persönlichkeitsmerkmale sowie vulnerabler Bereiche wird jedoch eine erleichterte Entscheidungsfindung in Bezug auf den mit Geschlechterfragen verbundenen Stress ermöglicht.
Das Konzept der Geschlechterfragen hat sich heute erheblich verändert, und wir akzeptieren zunehmend Auffassungen, die für die westliche Kultur charakteristisch sind, da sich historisch zeigt, dass Geschlechterfragen in östlichen Kulturen stark vernachlässigt wurden, was bis heute anhält.
In der Anatomie der menschlichen Geschlechtsorgane sind viele genitale Strukturen homolog, das heißt, sie entsprechen einander, was bedeutet, dass sie aus denselben embryonalen Anlagen entstehen (beispielsweise entspricht die Klitoris dem Penis als äußerem Organ, wobei der Unterschied darin besteht, dass die weiblichen Geschlechtsorgane überwiegend „innerlich“ bleiben und die männlichen „äußerlich“ sind, bedingt durch die Natur der Befruchtung beziehungsweise die Möglichkeit des Koitus und der späteren Reproduktion).
Die endokrinen Drüsen sind dafür verantwortlich, Hormone in den Blutkreislauf abzusondern, der diese anschließend zu den Zielorganen transportiert. So produzieren die Eierstöcke bei Frauen Östrogene und Progesteron, während die Hoden Androgene produzieren, also Hormone, die mit der sexuellen Entwicklung des Mannes verbunden sind und Testosteron einschließen – ein Hormon, das allgemein bekannt ist, da es medial besonders stark propagiert wird. Testosteron wird jedoch nicht nur in den Hoden, sondern auch in den Eierstöcken der Frauen ausgeschüttet.
Androgene Hormone sind für die Entwicklung der männlichen Genitalien und der sekundären Geschlechtsmerkmale (Bartwuchs, tiefe Stimme u. a.) verantwortlich, während Östrogene die sexuelle Entwicklung der Frauen kontrollieren, im Sinne der Entwicklung der Genitalien, des Menstruationszyklus, bestimmter Aspekte der Schwangerschaft sowie der sekundären Geschlechtsmerkmale (z. B. Brustentwicklung). Männer produzieren in den Hoden ebenfalls geringe Mengen an Östrogenen, und Frauen in den Eierstöcken geringe Mengen an Testosteron; bei manchen Menschen ist dies jedoch anders, das heißt, es kommt zu einer erhöhten Produktion weiblicher Hormone bei Männern und männlicher Hormone bei Frauen, und dann kommt es zu Geschlechtsdysphorien, die an sich keine Störung ist, jedoch mit vielen Aspekten der psychischen Gesundheit in Verbindung stehen kann. Der wichtigste Regulator all dieser Vorgänge ist ein Teil des Gehirns, der Hypothalamus genannt wird.
Geschlechterfragen beziehen sich vor allem auf die Geschlechterrollen, die der Gesellschaft Frauen und Männern kulturell zuschreibt, was sich in der Psychologie der Menschen durch Maskulinität und Feminität widerspiegelt. Dabei handelt es sich um Persönlichkeitsmerkmale, die sich auf das psychologische und nicht ausschließlich auf das psychosexuelle Funktionieren beziehen können.
Maskuline beziehungsweise feminine Merkmale sind bei Menschen auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlicher Intensität ausgeprägt. Mitunter sagt man, dass einige Frauen „weiblicher“ seien als andere oder dass sie „maskuline“ Verhaltensweisen zeigen, die kulturell als typisch für das männliche Geschlecht gelten; ebenso wird gesagt, dass manche Männer „weiblicher“ seien als andere, die als „männlicher“ wahrgenommen werden, im Sinne ihrer Anpassung an die ihnen gesellschaftlich zugewiesenen Geschlechterrollen.
Männer sind biologisch „größer, stärker und aggressiver“, während Frauen neurologisch weiter entwickelt sind, schneller reifen und biologisch widerstandsfähiger sind. Im psychologischen Sinne sind Geschlechterunterschiede vernachlässigbar und nahezu nicht vorhanden, sodass sich in den gesellschaftlich kulturell auferlegten Geschlechterunterschieden das Vorhandensein von Vorurteilen und Stereotypen widerspiegelt.
Maskulinität und Feminität (oder Männlichkeit und Weiblichkeit) gelten in der westlichen Gesellschaft als sich gegenseitig ausschließende Eigenschaften; das heutige wissenschaftliche Verständnis geht jedoch davon aus, dass es sich um eine einzige Dimension von Merkmalen handelt, an deren einem Pol sich die Maskulinität und am anderen die Feminität befindet, und dass Menschen in unterschiedlichem Ausmaß „androgyn“ sein können, im Sinne eines geringeren Grades an Androgynität (wenn sie überwiegend maskuliner oder femininer sind) beziehungsweise eines hohen Grades an Androgynität (wenn sie sowohl ein hohes Maß an Maskulinität als auch an Feminität aufweisen).
Weit verbreitet ist die Auffassung, dass sich Maskulinität in Eigenschaften wie Stärke, Emotionslosigkeit, Furchtlosigkeit, sexueller Erfahrung und finanzieller Unabhängigkeit zeigt, während feminine Merkmale mit Schönheit, Sanftheit, Empathie, Bescheidenheit und Emotionalität verbunden werden. Diese Auffassungen sind jedoch das Produkt gesellschaftlicher Stereotype und gelten nicht als allgemeingültige Regel.
Die Gesellschaft erwartet, dass das biologische Geschlecht (männlich oder weiblich) mit der Geschlechtsidentität und dem Geschlechtsausdruck im Einklang steht; weichen Verhaltensweisen von dieser Übereinstimmung mit der Geschlechtsidentität und den gesellschaftlich erwarteten Rollen ab, kommt es zu einem Phänomen, das als „transgender“ oder Geschlechtsdysphorie bezeichnet wird.
Es gibt Personen, die sich nicht einmal mit der „transgender“-Population identifizieren, sondern sich als „queer“ bezeichnen, wobei es sich um ein Substantiv handelt, das in unserer Sprache keine adäquate Übersetzung hat (die häufigste Übersetzung dieses Begriffs ist „sonderbar“ oder „exzentrisch“, was für viele Menschen in der Gesellschaft tatsächlich das Bild widerspiegelt, das sie von Personen haben, die sich als „queer“ identifizieren, und was bei diesen selbst bestimmte psychische Probleme verursachen kann).
Menschen, die sich nicht dem biologischen Geschlecht zugehörig fühlen, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, durchlaufen einen bestimmten Transitionsprozess, in dem die Psychotherapie eine bedeutende unterstützende Rolle spielt – sowohl für die betroffene Person selbst als auch für die Familienangehörigen, die diesen Prozess auf gesunde Weise akzeptieren sollen.
Wie lässt sich erkennen, dass es während der Entwicklung zu solchen Fragestellungen kommt? Tatsächlich lässt sich, Geschlechtsdyphorie in der Regel bereits in der frühen Kindheit, also im Vorschulalter, erkennen, wenn das Kind beginnt, sein eigenes „Ich“ wahrzunehmen, beziehungsweise wenn es sein Geschlecht erkennt, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. In solchen Situationen kann es zu einem abweichenden Erleben kommen, bei dem sich der Junge oder das Mädchen nicht entsprechend fühlt, sondern verwirrt ist und sich nicht an geschlechtskonforme Rollen anpasst. Dies kann ein Hinweis auf eine spätere homosexuelle Orientierung im sexuellen Entwicklungsverlauf oder auf eine Geschlechtsdysphorie sein. Die Gesellschaft sozialisiert Kinder, indem sie ihnen vermittelt, wie sie sich kleiden sollen, welche Spiele sie spielen sollen und wie sie sich verhalten sollen. Jungen wird dabei beigebracht, dass sie „Sport treiben, sich in Blau oder Schwarz kleiden und dass aggressives Verhalten positiv verstärkt wird“, während Mädchen lernen sollen, „mit Puppen zu spielen, sich in Rot oder Rosa zu kleiden, sich nicht aggressiv zu verhalten und höflich zu sein“.
Spielt ein Junge mit Puppen oder trägt rosa Kleidung, kann er von Gleichaltrigen verspottet werden, ebenso wie ein Mädchen, das mit Jungen Fußball spielt oder an als typisch männlich geltenden Aktivitäten teilnimmt. In der Adoleszenz werden Geschlechterrollen und entsprechende Einstellungen erprobt. Im Erwachsenenalter bildet sich die Geschlechtsidentität auf der Grundlage beruflicher Erfolge sowie des familiären beziehungsweise partnerschaftlichen Lebens.
Frauenbewegungen haben dazu beigetragen, dass Frauen heute zunehmend arbeiten und größere berufliche Erfolge erzielen als früher; dies erzeugt jedoch zusätzlichen sozialen Druck und führt zu Stresssituationen, da Frauen trotz ihres Einsatzes weiterhin geringer entlohnt, herabgesetzt oder mit negativen Einstellungen konfrontiert werden, wenn sie beruflich erfolgreicher sind als Männer.
Um eine Gesellschaft aufzubauen, die geschlechtsspezifische Stereotypisierung vermeidet und die Gleichberechtigung der Geschlechter fördert, ist es notwendig, die grundlegende „dichotome“ Denkweise und die Einteilung der Welt in zwei Gegensätze, „gut – schlecht“, zu verändern.
Körperbild des Selbst / Bild des eigenen Körpers
Die Art und Weise, wie wir unseren eigenen Körper wahrnehmen, trägt in hohem Maße zu unserer persönlichen Zufriedenheit bei. In der psychosexuellen Entwicklung beginnen wir in der Jugend, uns an die Veränderungen unseres Körpers zu gewöhnen, und diese Übergangsphase von der Kindheit ins Erwachsenenalter ist die herausforderndste.. Die endgültige Ausformung des Körpers endet jedoch nicht mit der Jugend, vielmehr verändert sich unser Körperbild kontinuierlich, so wie sich auch der Körper selbst unter bestimmten Umständen verändert. Der Lebensstil sowie die Pflege des Körpers und des psychischen Lebens tragen ebenfalls zum Körperbild bei.
Im sexuellen Sinne bezieht sich eine der Reaktionen darauf, wie wir unsere eigenen Genitalien wahrnehmen, also die primären und anschließend auch die sekundären Geschlechtsmerkmale So können sich die Fragestellungen von Männern auf erektil Dysfunktion oder auf die Größe beziehungsweise Form der Genitalien beziehen, die sie als unzureichend empfinden. Die Fragestellungen von Frauen beziehen sich hingegen häufiger darauf, wie sie ihre eigenen Genitalien wahrnehmen.
Weshalb sich Paare oder Einzelpersonen im Rahmen der psychologischen Diagnostik und Beratung an Fachpersonen wenden, sind Fragen, die sich auf bestimmte sexuelle Aktivitäten beziehen, die Paare in ihren intimen Beziehungen praktizieren. Mitunter beschränken sich die Fragestellungen auch darauf, ob Partner miteinander Oralsex praktizieren. In der Praxis zeigt sich, dass Männer Oralsex bei Frauen seltener praktizieren, als sie von Frauen verlangen, Oralsex an ihnen auszuüben.
Zudem sind Männer manchmal der Ansicht, dass ihre Ehefrauen keinen Oralsex praktizieren sollten, da sie die „Mütter ihrer Kinder“ seien, weshalb sie diese Art sexueller Aktivitäten mit Prostituierten oder Geliebten ausüben. Manche Frauen können sich ihrer Genitalien, deren Form oder Geruch schämen oder aufgrund ihrer Erziehung schlicht „beschämt“ sein, weshalb sie dem Partner nicht erlauben, Oralsex an ihnen auszuüben, obwohl sie daran Freude hätten.
Oralsex sollte Teil der sexuellen Aktivität im Sinne des Vorspiels sein, und mitunter kann die orale sexuelle Aktivität allein die Partner zum Orgasmus führen. Ein praktisches Beispiel ist die sogenannte „69-Stellung“, bei der die Partner gegenseitig Oralsex praktizieren.
Junge Männer können aufgrund des Konsums von Pornografie oder des Vergleichs der eigenen Genitalien sowie aufgrund zahlreicher Werbungen, die eine „Penisvergrößerung“ suggerieren, einen sogenannten „Kleinpeniskomplex“ entwickeln. Dabei handelt es sich um ein Thema, das zu zahlreichen weiteren Schwierigkeiten im psychischen Funktionieren führen kann und die Entwicklung eines geringen Selbstwertgefühls, einer depressiven Stimmung, der Vermeidung sexueller Kontakte und weiterer Probleme begünstigt. Tatsache ist, dass Präferenzen hinsichtlich der Größe der Geschlechtsorgane unterschiedlich sind und von der jeweiligen Person abhängen; dies hängt in hohem Maße auch von der Anatomie der Geschlechtsorgane selbst sowie von der Elastizität der Vaginalmuskulatur und/oder des Anus ab, sofern Analverkehr praktiziert wird.
Das Bild des körperlichen Selbst bezieht sich nicht nur auf die Genitalien, sondern auch auf andere sekundäre Geschlechtsmerkmale. So achten Mädchen und Frauen darauf, möglichst wenige „maskuline Merkmale“ wie Körperbehaarung an bestimmten Körperstellen aufzuweisen, während Männer bemüht sind, möglichst wenige „feminine Merkmale“ zu haben, und sich damit beschäftigen können, ob ihre „Brust“ größer ist, als sie sein sollte.
Männer streben danach, maskuliner zu wirken, indem sie Muskelmasse und Körperbehaarung betonen, aber auch durch Verhaltensaspekte wie Energie, Dominanz und die Führung des sexuellen Aktes, während Frauen dies auf andere Weise tun, etwa durch einen eher „submissiven“ Zugang zur sexuellen Aktivität; jedoch handelt es sich auch hierbei um Stereotype, und es bestehen individuelle Variationen und Unterschiede.
Das Körperbild ist besonders bei jungen Menschen von großer Bedeutung, da es in dieser Phase zur Entwicklung verschiedener Essstörungen kommen kann; ein solches Körperbild kann sich auch ins Erwachsenenalter übertragen, wobei Essstörungen auch bei erwachsenen Personen auftreten können. Einige Frauen verändern ihren Körper infolge hormoneller Veränderungen während der Schwangerschaft und müssen sich an ihr neues äußeres Erscheinungsbild anpassen.Bei Frauen entstehen insbesondere Komplexe in Bezug auf das Körpergewicht beziehungsweise auf Adipositas, die zu zahlreichen weiteren gesundheitlichen Problemen führen kann, nicht nur zu psychologischen. Adipositas bei Männern kann ebenfalls zur Entwicklung kardiovaskulärer Probleme und in der Folge zu erektiler Dysfunktion führen, wodurch die sexuelle Leistungsfähigkeit deutlich vermindert wird; dies wiederum führt zu einem Rückgang des Selbstwertgefühls und in weiterer Folge zu depressiven und angstbezogenen Zuständen.
Liebe und Intimität
Liebe und die Fähigkeit, liebevolle, fürsorgliche und intime Beziehungen zu anderen aufzubauen, sind von großer Bedeutung für unser psychophysisches Wohlbefinden. Im Laufe des Lebens verlieben wir uns, entlieben uns und verlieben uns erneut, oder wir glauben, uns nach einer gescheiterten Beziehung oder Ehe nie wieder verlieben zu können.
Somit sind wir alle auf der Suche nach Liebe und versuchen zu verstehen, warum uns bestimmte Menschen gefallen und warum wir uns zu Menschen hingezogen fühlen, die für uns „falsch“ sind – gerade darin liegt die Mysteriösität der Liebe. Romantische Liebe geht mit Gefühlen von Aufregung und Angst, sexuellem Verlangen, körperlicher Anziehung sowie sozialen Belastungen oder Stress einher, insbesondere dann, wenn diese Liebe „verboten“ ist.
In unserer Gesellschaft wird jungen Menschen aus unterschiedlichen „ethnischen“ Gruppen sehr häufig „verboten“, sich ineinander zu verlieben, als würden Gehirn und Herz ethnische Zugehörigkeiten kennen. In unseren organischen Systemen sind wir alle gleich, und wir alle besitzen sowohl „ein Gehirn als auch ein Herz“; lediglich die Gesellschaft hat unterschiedliche „Zugehörigkeiten“ festgelegt. In manchen Kulturen sind Liebesbeziehungen aufgrund der Hautfarbe verboten, andernorts auch aufgrund des finanziellen Status.
So wird Nachkommen wohlhabender aristokratischer Familien häufig geraten, sich nicht zu verlieben oder keine Beziehungen mit Personen aus ärmeren Gemeinschaften einzugehen. Selbst in unserer Kultur gibt es beispielsweise nur sehr wenige gemischte Gemeinschaften zwischen Angehörigen der „nicht-romischen“ und der „romischen“ Bevölkerung, sodass auch in unserer Gesellschaft Verbote auf der Grundlage der „Hautfarbe“, also Stereotype und Vorurteile, bestehen. Aus diesem Grund haben junge Menschen sehr häufig Probleme, da ihre Familien sie nicht akzeptieren, weil sie sich ineinander verliebt haben, obwohl den Hintergründen solcher „Verbote“ andere Gründe zugrunde liegen, wie negative Erfahrungen aus der Vergangenheit, traditionelle Werte und zahlreiche weitere kulturelle Faktoren. Dies zeigt, dass die Kultur, in der wir leben, einen erheblichen Einfluss auf die Liebe hat.
Eine beträchtliche Anzahl von Menschen entscheidet sich dafür, kulturelle Normen zu erfüllen und ein unglückliches Liebesleben zu führen, wobei sie sich selbst und ihre Familien häufig in riskante und gefährliche Situationen bringen.
Beim Verlieben kommt es zunächst zu einer Tendenz, den Partner bzw. die Partnerin zu idealisieren, und die Fehler, die in dieser neu gewonnenen Lebensfreude der emotionalen und sexuellen Bindung auftreten, werden ignoriert. In dieser Phase blüht die Liebe auf, und wenn sie gegenseitig ist, setzt sie sich fort. Häufig geschieht es jedoch, dass ein Partner aus bestimmten Gründen „abkühlt“, die sexuellen Kontakte seltener werden und die Beziehung dadurch eine neue Dimension erhält, die angenommen werden muss – insbesondere, wenn eine Familie betroffen ist. Gelingt den Partnern dies nicht, kommt es zum Zerfall sämtlicher Aspekte der Beziehung, allein deshalb, weil auf den sexuellen Aspekt der Beziehung unangemessen reagiert wird.
Sexuelle Liebe geht vor allem zu Beginn sehr häufig in eine echte „partnerschaftliche“ beziehungsweise „gemeinsame“ Beziehung über, die durch emotionale Verbundenheit sowie mentale und emotionale Intimität mit der anderen Person gekennzeichnet ist, zusätzlich zur körperlichen Intimität, die anfangs dominiert. Manche Menschen sind in der Liebe glücklicher als andere, so wie es auch in anderen Lebensbereichen der Fall ist (manche sind gesünder, manche schöner, manche intelligenter, manche wohlhabender als andere).
In der romantischen Liebe (wie diese „intime erotische“ Liebe in der Fachliteratur bezeichnet wird, die nicht notwendigerweise „klischeehaft romantisch“ sein muss – mit Kerzenlicht und Spaziergängen bei Sonnenuntergang) finden sich Elemente der Leidenschaft /der körperliche Aspekt der Liebe, der sich zu Beginn der Liebe als erster aktiviert/, der Intimität /Verbundenheit, Zusammengehörigkeit und Nähe, was bereits den psychologischen Aspekt der Liebe darstellt/ sowie der Hingabe /eine weitere psychologische Dimension der Liebe, die sich auf langfristige Verpflichtung und die Bereitschaft zur Selbstzurücknahme bezieht, um die Liebe aufrechtzuerhalten/.
Liebe sowie die Fähigkeit zu lieben, und Intimität zu leben entwickeln sich im Verlauf unserer Entwicklungsphasen. In der Kindheit entstehen zunächst Bindungen zu unseren Eltern oder zu den Personen, die für uns sorgen (Vormünder, Adoptiveltern). Wird Liebe in den frühen Lebensjahren, also in der Kindheit, nicht erwidert, bildet dies eine Grundlage für die Entwicklung psychischer Schwierigkeiten beim Aufbau emotionaler und intimer Beziehungen im Erwachsenenalter.
In der Jugend lösen wir uns von den Eltern und experimentieren mit den Formen, wie Erwachsene lieben. Abhängig von den emotionalen Bindungsstilen, die wir in der Kindheit entwickeln, entstehen im Erwachsenenalter entsprechende Bindungsstile, die häufig Probleme in partnerschaftlichen und familiären Beziehungen verursachen können. Gerade unterschiedliche emotionale Stile führen zu Scheidungen und zum Zerfall ehelicher und familiärer Gemeinschaften.
Der Aufbau und die Aufrechterhaltung intimer Beziehungen im Erwachsenenalter stellen eine wichtige Entwicklungsaufgabe dar, da wir, wenn wir hierfür nicht ausreichend befähigt sind, unter bestimmten psychischen Problemen leiden können. Das Leben kann verzweifelt und sinnlos erscheinen, „als würde es zu nichts führen“, was wiederum eine Unzufriedenheit mit sich selbst widerspiegelt, die mit äußeren oder inneren Faktoren verbunden ist; eine solche Haltung bedarf psychologischer Unterstützung und Veränderung.
Mit dem Eintritt in das spätere Erwachsenenalter und ins höhere Lebensalter wird Leidenschaft zu einem weniger wichtigen Faktor in intimen Beziehungen, während die Treue in der Beziehung zunehmend an Bedeutung gewinnt – also wie loyal die andere Person uns gegenüber ist und wie zufrieden wir mit anderen Aspekten der Beziehung sind; unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse in Beziehungen.
Der sexuelle Aspekt einer Beziehung ist zu Beginn besonders bedeutsam, und es gibt auch Liebes- beziehungsweise intime Beziehungen, in denen ausschließlich der sexuelle Aspekt funktioniert, während andere Aspekte nicht funktionieren; am häufigsten handelt es sich jedoch um Beziehungen, in denen weder der sexuelle noch andere Aspekte gut funktionieren. Wenn der sexuelle Aspekt funktioniert, lassen sich auch andere psychische Probleme leichter bewältigen. Umgekehrt nimmt bei zahlreichen anderen Problemen das sexuelle Verlangen ab, mitunter nur bei einem Partner und nicht beim anderen, was psychologisch beurteilt und behandelt werden sollte.
Partner, die weiterhin miteinander kommunizieren, bleiben einander verbunden, zeigen Interesse füreinander, vertiefen ihre Intimität und entwickeln eine stabile und tragfähige Bindung zueinander. Partner, die nicht kommunizieren, können sich isoliert und unzufrieden fühlen, was mitunter auch über Jahre hinweg andauern kann. Obwohl die Leidenschaft im Laufe der Zeit nachlassen kann, muss die Liebe nicht zwangsläufig gemeinsam mit der Leidenschaft abnehmen, da in der Beziehung andere, nicht-sexuelle Werte an Bedeutung gewinnen.
Viele Menschen werden im Laufe ihres Lebens zu einem bestimmten Zeitpunkt den Verlust einer geliebten Person erfahren. Dies kann ein tiefes Gefühl von Trauer und Verlust hervorrufen. Nach dem Ende einer romantischen Beziehung geben manche Partner sich selbst die Schuld, was zu einem Rückgang des Selbstwertgefühls und des Vertrauens in andere Menschen führt, während andere dazu neigen, unmittelbar eine neue emotionale Beziehung einzugehen, um den vorherigen Partner zu ersetzen.
Die meisten Menschen können mithilfe psychologischer Methoden und Beratungstechniken wieder in einen ausgeglichenen Zustand zurückgeführt werden, da es für manche Personen schwierig ist, den mit dem Verlust einer geliebten Person verbundenen Stress allein oder selbst mit Unterstützung von Freunden zu bewältigen. Besonders schmerzhaft ist der Verlust, wenn er plötzlich oder gewaltsam eintritt (Verkehrsunfall, Tötungsdelikt, Krankheit), also infolge eines Ereignisses, das unerwartet war und auf das man nicht vorbereitet war.
Sex kann ein Ausdruck von Sinnlichkeit und Intimität sein, ohne dass leidenschaftliche Liebe daran beteiligt ist. Menschen können sich auch allein aus Gründen der sexuellen Befriedigung sexuell betätigen und nicht ausschließlich zum Zweck der Fortpflanzung. Sex kann zudem eine Form des Ausdrucks von Liebe innerhalb einer romantischen und emotional verbundenen erotischen Beziehung sein. Häufig geraten Menschen in Verwirrung zwischen der Entscheidung, sexuell zu sein, und der Entscheidung zu lieben; daher ist es notwendig, die Wertsysteme der Partner zu klären, bevor eine sexuelle Beziehung beginnt.
Liebe kann auch negative Seiten annehmen, und eines der besonders häufigen Probleme unter Menschen ist die Eifersucht. Diese komplexe Emotion belastet viele Menschen in ihren Beziehungen; mitunter hat sie eine gewisse Berechtigung, sehr häufig jedoch nicht. In einer gesunden emotionalen Beziehung gibt es keinen Platz für Eifersucht, da sie sich im Laufe der Zeit zu wahnhaften Vorstellungen entwickeln und Verfolgungsideen ausbilden kann, was bereits auf ernsthafte psychische Probleme hinweist. Manche Menschen zeigen eine Abhängigkeit von Liebe, insbesondere jene mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung. Auf diese Weise gehen Menschen beinahe destruktiv von einer „Liebesbeziehung“ in die nächste über. Manche Menschen können Liebe als Mittel nutzen, um andere zu manipulieren oder zu kontrollieren. Besitzergreifendes Verhalten weist in der Regel auf Probleme mit dem Selbstwertgefühl und persönlichen Grenzen hin und kann zu Verhaltensweisen führen, die als „Stalking“ bezeichnet werden.
Kindliche Sexualität

Kindliche Sexualität ist gelegentlich ein Problem, aufgrund dessen sich Eltern hilfesuchend an Fachpersonen wenden. Kinder im Vorschulalter zeigen bestimmte sexualisierte Verhaltensweisen, die von Eltern als „seltsam“ wahrgenommen werden können. Jungen können sexuelle Handlungen mit Gegenständen aus ihrer Umgebung „nachahmen“, Mädchen reiben sich mitunter an Möbelstücken, um eine Form der Stimulation zu erreichen, und sowohl Jungen als auch Mädchen können sich gelegentlich unangemessen ausziehen oder ihre Geschlechtsorgane den Gästen zeigen, was Eltern in „unangenehme“ Situationen bringen kann.
Dabei handelt es sich jedoch um vorübergehende Phasen der kindlichen Entwicklung, die aus psychoanalytischer Sicht auf eine stärker ausgeprägte Sexualität als Persönlichkeitsmerkmal in späteren Entwicklungsphasen, also in der Jugend und im Erwachsenenalter, hinweisen können; Eltern sollten daher auf solche Verhaltensweisen achten, sie jedoch nicht unangemessen bestrafen. Die Bestrafung sexualisierter Verhaltensweisen bei Kindern führt zur Entwicklung paraphiler Störungen im Erwachsenenalter (da „Bestrafung“ mit der „Ausdrucksform von Sexualität“ verknüpft wird). In einigen Fällen können sexualisierte Verhaltensweisen von Kindern auch auf bestimmte sexuelle Erfahrungen mit anderen Kindern oder mit Erwachsenen hinweisen. Mit Kindern sollte offen über Sexualität gesprochen werden; da dies Eltern jedoch häufig unangenehm ist, insbesondere weil in ihren Herkunftsfamilien nicht darüber gesprochen wurde, können sie aus diesem Grund professionelle Hilfe (z. B. psychologische) in Anspruch nehmen.
Darüber hinaus werden Kinder immer häufiger Opfer sexuellen Missbrauchs, der im Strafrecht als „Unzuchtshandlungen“ oder „Geschlechtsverkehr“ bezeichnet wird, wobei sich diese Begriffe tatsächlich auf jede sexuelle Handlung beziehen, die an einem Kind vorgenommen wird, wenn ein erheblicher Altersunterschied zwischen dem Kind und dem Täter besteht. Mitunter kann jedoch nicht einmal von einem bloßen Altersunterschied gesprochen werden, da es vorkommen kann, dass ein 15-jähriger Bruder seine 10-jährige Schwester sexuell missbraucht, was zu einer pathologischen Beziehung führt.
Pathologische Beziehungen in sexuell inzestuösen Familien stellen die tragischsten Ereignisse dar, und solche Familien sind in der Regel äußerst verschlossen und von Dunkelheit geprägt. Alle Familienmitglieder sind von inzestuösen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern oder von anderen Formen des Inzests (z. B. zwischen Geschwistern) betroffen. Opfer inzestuösen Missbrauchs bleiben sehr häufig der Öffentlichkeit und Fachkräften verborgen, da Familien sie abgeschottet halten und die Täter nicht vor Gericht gebracht werden.
Es ist notwendig, in Schulen den offenen Dialog über Sexualität mit Kindern und Jugendlichen zu fördern, um solche Straftaten zu verhindern. Die Annahme, dass Jugendliche früher sexuelle Beziehungen eingehen würden, wenn sie über Sexualität aufgeklärt werden, ist falsch. Dabei handelt es sich um Floskeln religiöser Institutionen ohne wissenschaftliche Grundlage. Eine alters- und entwicklungsangemessene Aufklärung von Kindern über Sexualität – unter Berücksichtigung ihrer kognitiven Fähigkeiten und mentalen Reife zur Verständigen wissenschaftlicher Inhalte – kann vielmehr dazu beitragen, dass Kinder sexuelle Gefährdungssituationen oder Missbrauch frühzeitig erkennen und melden, wodurch im Einzelfall sogar Leben gerettet werden können.
Mehr als die Hälfte der Kinder beteiligt sich vor dem Teenageralter an bestimmten Formen sexueller Aktivität. Jungen können Erektionen entwickeln, ebenso wie bei Mädchen eine vaginale Lubrikation auftreten kann. Bei Kindern ist die wichtigste Frage die der Geschlechtsidentität, die sich bis zum dritten Lebensjahr entwickelt, ab diesem Zeitpunkt jedoch an Beständigkeit gewinnt; das heißt, das Kind versteht, dass sich sein biologisches Geschlecht beziehungsweise sein Geschlecht im Laufe des Lebens nicht verändern wird, außer in Fällen von Geschlechtsdysphorie. Kinder im Vorschulalter spielen häufig verschiedene Rollen von Erwachsenen und imitieren dabei sowohl liebevolle als auch sexuelle Verhaltensweisen von Erwachsenen (insbesondere dann, wenn sie diesen gelegentlich beigewohnt haben, wobei sich Erwachsene dieser Tatsache nicht unbedingt bewusst sein müssen, da Kinder mitunter „spähen“, was Erwachsene tun, wenn diese glauben, unbeobachtet zu sein). In diesem Alter lernen Kinder, dass Genitalien private Körperteile sind und nicht in der Öffentlichkeit gezeigt werden sollen.
Jungen werden häufig über den Penis aufgeklärt, während Mädchen seltener über die Klitoris oder andere Teile der Genitalien informiert werden (wahrscheinlich aufgrund der Natur beziehungsweise Anatomie der männlichen und weiblichen Genitalien, die bei Jungen „sichtbar“ und bei Mädchen „weniger sichtbar“ sind).
Das Schulalter der Kinder zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr ist überwiegend sexuell „latent“, und Kinder zeigen ein geringeres Interesse an ihrem Körper sowie an sexuellen Aktivitäten und Spielen als im Vorschulalter, da sie in dieser früheren Phase mehr über den Körper erfahren haben, als sie später jemals wieder lernen werden. Einige Kinder im Schulalter erleben bereits bestimmte Anzeichen der Pubertät.
Immer häufiger setzt bei Mädchen die Menstruation früher ein (manchmal bereits im neunten oder zehnten Lebensjahr), was eine frühe sexuelle Reifung darstellt und sehr häufig mit bestimmten Risiken und Gefahren für die sexuelle Entwicklung von Mädchen verbunden ist. Eine frühzeitige sexuelle Entwicklung bei Mädchen kann ein Hinweis auf pathologische Veränderungen im Organismus oder im familiären System sein und ist sehr oft auch mit genetischen Faktoren verbunden (z. B. hatten die Mütter von Mädchen mit frühem Menstruationsbeginn häufig selbst eine frühe Menarche).
Jungen sind in der Regel während der Kindheit und Pubertät in ihrer sexuellen und mentalen Entwicklung gegenüber Mädchen verzögert; da sie sexuell inaktiv sind, können sie keine sexuellen Handlungen vollziehen, sie können jedoch – ebenso wie Mädchen – Opfer sexueller Täter und Pädophiler werden.
Geschlechtsnonkonformes Verhalten von Kindern kann sowohl für die Kinder selbst als auch für die Eltern problematisch sein und mitunter zu bestimmten familiären Schwierigkeiten führen. Dabei verhält sich das Kind nicht entsprechend seinem biologischen Geschlecht, während die Eltern versuchen, sich an kulturelle und soziale Normen anzupassen und dem Kind gegenüber so zu handeln, wie es auch die Gesellschaft tut, indem sie versuchen, dieses Empfinden des Kindes zu „korrigieren“, was beim Kind erhebliche psychische Probleme verursachen kann.
Das Kind kann sich sogar scheinbar an soziale Normen anpassen, doch dies hält häufig nur bis zur Pubertät und Adoleszenz an, wenn die Veränderungen intensiver und sichtbarer werden und auch das Bewusstsein für die eigene Sexualität stärker ausgeprägt ist. Der Druck durch Gleichaltrige kann ebenfalls sehr stark sein und ein erhebliches Anpassungsproblem darstellen, insbesondere wenn das Kind den Anforderungen und Erwartungen der Peer-Gruppe nicht gerecht werden kann.
Dies stellt ein besonderes Problem in der Entwicklung von Jungen dar, die feminine Merkmale zeigen, da andere Jungen ihnen gegenüber häufiger gewalttätig sind; entsprechend ist Mobbing unter Gleichaltrigen gegenüber Jungen mit geschlechtsnonkonformen Verhaltensmustern stärker ausgeprägt, da sie für ihre Peers „seltsam“ erscheinen. Mädchen, die geschlechtsnonkonformes Verhalten zeigen, passen sich hingegen leichter an, da sie von Jungen akzeptiert werden, die ihnen gegenüber eher beschützend als aggressiv auftreten, auch wenn sie von anderen Mädchen abgelehnt werden können.
Mädchen akzeptieren häufig Freundschaften mit geschlechtsnonkonformen Jungen, die feminine Eigenschaften zeigen, da sie diese als ihrem eigenen Geschlecht entsprechend wahrnehmen und sie somit als „wie Mädchen“ betrachten. Eltern können gegenüber diesen geschlechtsnonkonformen Verhaltensweisen eine negative Haltung einnehmen und das Kind dafür bestrafen, obwohl sie selbst durch ihre genetische Konstellation und ihre psychischen Eigenschaften zu deren Entstehung beigetragen haben. Daher ist zu berücksichtigen, dass es falsch ist, das Kind für jegliche „nichtkonformen“ Verhaltensmuster verantwortlich zu machen, da solche Muster nicht ausschließlich durch Lernen entstehen können, sondern auch durch biologische Vererbung, die von den Eltern ausgeht.
Adoleszente Sexualität

Die adoleszente beziehungsweise jugendliche Sexualität stellt die problematischste Phase der psychosexuellen Entwicklung dar, da sich in diesem Zeitraum die psychosexuelle Identität herausbildet, die mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zum Lebensende bestehen bleibt oder sich lediglich in einzelnen Aspekten durch Erfahrungen geringfügig verändert, im Wesentlichen jedoch jener psychosexuellen Identität entspricht, die im weiteren Lebensverlauf gelebt wird. Es kommt zu einer biologischen Entfaltung der Sexualität, zahlreiche primäre und sekundäre sexuelle Veränderungen treten auf, und neben der solitären Aktivität (Masturbation) entsteht auch der Wunsch nach interaktiven sexuellen Beziehungen.
Jugendliche sind zu Experimenten bereit und weisen eine sehr hohe Intensität sexueller Erregung auf, die ihren Höhepunkt im jungen Erwachsenenalter erreicht und sich für eine gewisse Zeit im Erwachsenenalter aufrechterhält – und zwar so lange, wie die Person bereit ist, in ihr sexuelles Leben und ihr psychosexuelles Wohlbefinden zu investieren. Darüber hinaus treten im Erwachsenenalter Sorgen, Probleme und Aktivitäten auf, die in der Jugend nicht vorhanden waren, sodass das Leben eine neue Dimension erhält und das Bedürfnis nach Sexualität zunehmend durch das Bedürfnis nach Intimität, nach Liebe, nach Fürsorge für andere sowie danach, von anderen geliebt und umsorgt zu werden, ersetzt wird.
In partnerschaftlichen Beziehungen kann es zu Unterschieden in der Ausprägung der Sexualität kommen, sodass eine Person weniger und die andere mehr Sex wünscht, und auch sexuelle Präferenzen können unterschiedlich sein. Für Frauen können sexuelle Kontakte mitunter schmerzhaft sein, ebenso auch für Männer, wenn sie in der analen Sexualität eine rezeptive Rolle einnehmen.
Probleme im Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung treten ebenfalls in der Adoleszenz auf und hören häufig nicht auf, wenn die sexuelle Orientierung nicht akzeptiert wird, insbesondere wenn sie nicht-heterosexueller Natur ist. Betroffene Personen können ein „Doppelleben“ führen, was erhebliche Schwierigkeiten sowohl im individuellen als auch im familiären Leben verursacht. Dieses Problem tritt deutlich häufiger bei Männern als bei Frauen auf, da Frauen ihre nicht-heterosexuelle Orientierung in der Regel leichter akzeptieren; zudem ist nicht-heterosexuelle Orientierung bei Frauen gesellschaftlich etwas akzeptierter als bei Männern.
Eine besonders vulnerable Bevölkerungsgruppe stellen Angehörige sexueller Minderheiten dar, die sich sehr häufig an psychologische Hilfe wenden und bei denen aufgrund gesellschaftlicher Stigmatisierung Probleme auftreten können, die bei heterosexuellen Personen nicht vorhanden sind. Daher sind Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Akzeptanz der eigenen Sexualität von großer Bedeutung für alle Menschen, insbesondere jedoch für Personen mit nicht-heterosexueller Orientierung, die sich aufgrund von Nichtakzeptanz oder Zurückweisung sozial unangemessen verhalten können und dadurch noch stärkere Ablehnung bei jenen hervorrufen, die dies nicht akzeptieren.
Auf der anderen Seite ist es notwendig, sowohl junge Menschen als auch Erwachsene über verschiedene Aspekte der menschlichen Sexualität aufzuklären. Die vulnerabelste Gruppe stellen transgeschlechtliche Personen dar, bei denen psychische Probleme häufig noch komplexer sind als bei anderen sexuellen Minderheiten.
In der Pubertät bereitet sich der Körper faktisch auf die erwachsene Sexualität vor, und es entwickelt sich auch die Fähigkeit zur Reproduktion; die Adoleszenz stellt hingegen den Zeitraum emotionaler, sozialer und kognitiver Reaktionen auf die pubertären Veränderungen dar (die überwiegend körperlicher Natur sind). Zu den ersten Anzeichen der Pubertät bei Mädchen zählen das Brustwachstum, das Auftreten von Schamhaaren, die körperliche Formveränderung sowie das Einsetzen der Menstruation.
Mädchen, deren Entwicklung „zeitgerecht“ verläuft, weisen in der Regel ein positiveres Körperbild auf als Mädchen, die in diesen Aspekten der sexuellen Entwicklung zurückliegen und eher infantile Merkmale zeigen können. Die Menarche (die erste Menstruation) gilt als einer der wichtigsten Momente im Leben von Frauen beziehungsweise Mädchen. Dieses Ereignis kann von Mädchen unterschiedlich erlebt werden, abhängig davon, wie es ihnen im kulturellen Kontext, in dem sie aufwachsen, erklärt und vermittelt wird.
Bei Jungen zeigen sich die ersten Anzeichen der Pubertät ebenfalls im Wachstum der Schambehaarung, allerdings einige Jahre später als bei ihren weiblichen Gleichaltrigen. Die „Spermarche“ (das erstmalige Auftreten der Ejakulation bei Jungen) kann bei Jungen Gefühle von Überraschung, Verwirrung, Neugier und Lust auslösen; in der Regel sprechen Jungen über dieses Ereignis mit niemandem in ihrem Umfeld.
In der präadoleszenten Phase beginnen Kinder, ihren Körper zu erkunden, indem sie ihre Genitalien und andere Körperteile berühren, und es beginnen sich sexuelle Spiele sowie sexuelle Fantasien zu entwickeln. Über Sexualität wird auf der Grundlage der Beziehungen und Kontakte gelernt, die mit Menschen aus dem eigenen Umfeld entstehen – mit Familienmitgliedern, Gleichaltrigen und anderen. Sexuelle Kontakte unter Kindern können im Rahmen sexueller Spiele auftreten, und dies ist auch zwischen Geschwistern möglich.
Manchmal eskalieren solche Kontakte jedoch zu gewaltsamen sexuellen Handlungen, bei denen ältere Brüder (häufiger als Schwestern) von einem jüngeren Bruder oder einer jüngeren Schwester verlangen, sich an sexuellen Aktivitäten mit ihnen zu beteiligen. Psychische Folgen können entstehen, wenn ein großer Altersunterschied zwischen den Geschwistern besteht oder wenn Gewalt angewendet wird.
Jugendliche beginnen, Interessen an intimen Beziehungen mit Gleichaltrigen zu entwickeln, indem sie die Sexualität Erwachsener imitieren. Die Frage
der sexuellen Orientierung wird zu einem wichtigen Thema; für die meisten Gleichaltrigen gilt heterosexuelle Normativität als akzeptabel, während alles, was dieser Norm widerspricht, abgelehnt wird. Nicht-heterosexuell orientierte Jugendliche können infolgedessen eine Reihe psychischer Probleme entwickeln, da sie von Eltern und Gleichaltrigen nicht akzeptiert werden, was mitunter auch zum Konsum von Drogen führen kann.
Fragen der sexuellen Identität gewinnen an Bedeutung, wobei diese Themen für Angehörige der LGBTIQ-Population von besonderer Relevanz sind, insbesondere in Gemeinschaften, in denen eine solche Sexualität durch soziale und kulturelle Normen nicht akzeptiert wird. Personen, die ihre sexuelle Identität nicht angemessen annehmen, können im Erwachsenenalter ein Doppelleben führen; in unserer Kultur leben aufgrund der Nichtakzeptanz von Homosexualität viele Menschen unglücklich in Ehen, da sie kulturelle Normen erfüllen. Reaktionen von Familienmitgliedern auf eine LGBTIQ-Identität sowie eigene Erwartungen können zu Verwirrung und zur Entwicklung depressiver Störungen führen, aber auch zu anderen psychischen Problemen, wie Substanzgebrauchsstörungen oder Persönlichkeitsstörungen, und seltener zu psychotischen Störungen, wobei am häufigsten die wahnhafte Störung (z. B. paranoide Form) auftritt. wird zu einem wichtigen Thema; für die meisten Gleichaltrigen gilt heterosexuelle Normativität als akzeptabel, während alles, was dieser Norm widerspricht, abgelehnt wird. Nicht-heterosexuell orientierte Jugendliche können infolgedessen eine Reihe psychischer Probleme entwickeln, da sie von Eltern und Gleichaltrigen nicht akzeptiert werden, was mitunter auch zum Konsum von Drogen führen kann.
Fragen der sexuellen Identität gewinnen an Bedeutung, wobei diese Themen für Angehörige der LGBTIQ-Population von besonderer Relevanz sind, insbesondere in Gemeinschaften, in denen eine solche Sexualität durch soziale und kulturelle Normen nicht akzeptiert wird. Personen, die ihre sexuelle Identität nicht angemessen annehmen, können im Erwachsenenalter ein Doppelleben führen; in unserer Kultur leben aufgrund der Nichtakzeptanz von Homosexualität viele Menschen unglücklich in Ehen, da sie kulturelle Normen erfüllen. Reaktionen von Familienmitgliedern auf eine LGBTIQ-Identität sowie eigene Erwartungen können zu Verwirrung und zur Entwicklung depressiver Störungen führen,aber auch zu anderen psychischen Problemen, wie Substanzgebrauchsstörungen oder Persönlichkeitsstörungen, und seltener zu psychotischen Störungen, wobei am häufigsten die wahnhafte Störung (z. B. paranoide Form) auftritt. oder Persönlichkeitsstörungen,und seltener zu psychotischen Störungenwobei am häufigsten die wahnhafte Störung (ex gennant paranoide Form) auftritt..
Das Körperbild von Mädchen verbessert sich zunächst im Verlauf der Adoleszenz, während sich das Körperbild von Jungen verschlechtert (da sie gegenüber den Mädchen in ihrer Entwicklung zurückliegen und nicht mithalten können, was zu Frustration führt). Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich das Körperbild von Mädchen jedoch insgesamt, während sich das Körperbild junger Männer verbessert. Mädchen, die früh in die Pubertät eintreten, haben ein erhöhtes Risiko, Essstörungen zu entwickeln.
Essstörungen zu entwickeln.
Masturbation ist eine sexuelle Aktivität, die in der Adoleszenz dominant wird und mit zunehmender Häufigkeit interaktiver sexueller Beziehungen abnimmt. Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen geht interaktive sexuelle Beziehungen ein. Mitunter beteiligen sich Jugendliche an sexuellen Aktivitäten mit Personen desselben Geschlechts, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierungwas sowohl auf sexuelle Neugier als auch auf Experimentierverhalten zurückzuführen sein kann. Etwa ein Zehntel der Jugendlichen in westlichen Kulturen gibt an, hinsichtlich ihrer sexuellen Orientierung unsicher zu sein oder sich als homo- oder bisexuell zu identifizieren. Zudem nimmt die Anwendung sexuellen Zwangs oder sexueller Gewalt zur Aufnahme sexueller Beziehungen zu.
Jugendliche, die religiöser sind oder in einem religiös geprägten Umfeld aufwachsen, neigen in der Regel dazu, sexuelles Verhalten hinauszuzögern (häufig auch zu unterdrücken) und haben weniger Sexualpartner. Einen besonderen Einfluss auf den Beginn sexueller Beziehungen bei heterosexuellen jugendlichen Mädchen haben die Mütter, wobei die elterliche Kommunikation mit den Kindern über ihre Sexualität von großer Bedeutung ist.
Ein früher Beginn sexueller Beziehungen sowie ein risikoreiches Engagement in sexuellen Aktivitäten bei Mädchen führen auch zu Problemen unerwünschter Schwangerschaften, was Schulabwesenheit, eine schlechtere körperliche und psychische Gesundheit, ein geringeres Geburtsgewicht der Kinder, einen schlechteren Gesundheitszustand und geringere kognitive Fähigkeiten, Verhaltensprobleme sowie eingeschränkte Bildungsmöglichkeiten zur Folge hat.
Sexuelle Beziehungen im Erwachsenenalter

Jede Gesellschaft verfügt über entsprechende Regeln zur Kontrolle der Art und Weise, wie Menschen sexuelle Beziehungen zu anderen Menschen eingehen. Heutzutage gehen Menschen offen verschiedene sexuelle Beziehungen ein, einschließlich solcher mit Personen des gleichen oder des anderen Geschlechts, unverbindliche, voreheliche, eheliche, außereheliche sowie polyamore Beziehungen. Erwachsenen ist es daher erlaubt, intime Beziehungen mit anderen Erwachsenen einzugehen, sofern alle Beteiligten ihre freiwillige Zustimmung geben. Junge Erwachsene begeben sich in der Regel vor dem Eingehen ernsterer und gesetzlich definierter Beziehungen in das sogenannte „Dating“, das in der heutigen Zeit deutlich liberaler geworden ist als früher. Kommunikationstechnologien haben zudem Fernbeziehungen ermöglicht.
Sexualität gilt als ein zentrales Element bei der Gestaltung romantischer intimer Beziehungen, und das Ausmaß der sexuellen Zufriedenheit ist bei heterosexuellen und nicht-heterosexuellen Paaren vergleichbar. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Sexualität und kann sich auf Beziehungen sowie auf die psychische Gesundheit insgesamt auswirken. Sexuelle Inaktivität stellt eine der grundlegenden Ursachen für eine Abschwächung des psychosexuellen Funktionierens dar.
Beziehungen, die sich vor dem 25. Lebensjahr bilden, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, beendet zu werden, als sich zu stabilen, bindungsorientierten Beziehungen zu entwickeln. Es ist notwendig, eine „Kosten-Nutzen-Analyse“ durchzuführen, um zu beurteilen, ob eine Person in einer Beziehung bleiben oder sie beenden sollte.
In der heutigen Zeit ist ein Anstieg der Beteiligung von Menschen an unverbindlichen sexuellen Beziehungen mit anderen zu beobachten. Solche sexuellen Kontakte finden mitunter nur einmal statt, in anderen Fällen werden sie fortgeführt, um die funktionale Dimension der sexuellen Beziehung zwischen zwei Personen aufrechtzuerhalten, beziehungsweise aus Gründen der sexuellen Kompatibilität. Menschen können sich auf sexuelle Begegnungen einlassen, ohne ein tiefergehendes emotionales Involvement zu erwarten. Männer sind mit solchen Beziehungsformen tendenziell zufriedener als Frauen, was auf doppelte Standards in den Erwartungen an sexuelle Zufriedenheit in unverbindlichen sexuellen Interaktionen zurückzuführen ist. In solchen sexuellen Praktiken können Probleme der Ambivalenz und der sexuellen Ausbeutung entstehen.
Kohabitation ist zunehmend eine von jungen Erwachsenen gewählte Lösung bei der Bildung sexueller und partnerschaftlicher Beziehungen und stellt eine sinnvolle Praxis dar, bevor eine Ehe eingegangen wird oder bevor sich die Partner für die weitere Fortführung einer ernsthaften Beziehung oder für die Gründung einer Familie entscheiden. Die meisten jungen Menschen wünschen sich – oder gehen davon aus, dass sie es sollten –, zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens zu heiraten und eine Familie zu gründen; dies erfüllt sich jedoch nicht für alle, die diesen Wunsch haben, oder geschieht auf eine unerwartete beziehungsweise unerwünschte Weise.
Die Zufriedenheit im Eheleben steht im Zusammenhang mit dem sozialen Freundeskreis, der Häufigkeit von Aktivitäten, die Freude bereiten, dem Ausmaß, in dem Partner einander persönliche Aspekte von sich offenbaren können, sowie mit körperlicher und emotionaler Nähe und der Ähnlichkeit der Persönlichkeitsmerkmale und Wertsysteme der Ehepartner. Partner können sich ihres Grades an (Un-)Zufriedenheit mit der Ehe oder der Kohabitation in unterschiedlichem Maße bewusst sein. Die Qualität des ehelichen Lebens erreicht in den ersten Jahren der Partnerschaft ihren Höhepunkt, nimmt danach ab und steigt im mittleren Lebensalter erneut an. Die eheliche oder kohabitative Zufriedenheit ist vor der Geburt von Kindern höher, sinkt dann allmählich bis zum Eintritt der Kinder in die Pubertät und nimmt wieder zu, wenn die Kinder das Elternhaus verlassen. Somit ist die partnerschaftliche Zufriedenheit ohne Kinder höher als mit Kindern.
Fast alle Partner in Liebesbeziehungen verlangen die sogenannte „sexuelle Exklusivität“, das heißt eine gegenseitige sexuelle Treue. Dennoch ist das Eingehen sexueller Aktivitäten mit anderen Personen bei vielen Menschen verbreitet, und Untreue tritt häufiger bei jenen auf, die ausgeprägtere sexuelle Interessen und Wünsche, ein liberaleres sexuelles Wertesystem haben, zugleich jedoch mit ihrer bestehenden intimen Beziehung unzufriedener sind und über mehr Möglichkeiten für Sexualkontakte außerhalb dieser Beziehung verfügen.
Einige Partner beteiligen sich an „internetbasierter“ oder „virtueller“ Untreue, die häufig in reale Untreue übergeht, wodurch bestehende Beziehungen erheblich destabilisiert werden oder neue Lebensdimensionen für die Beteiligten eröffnet werden – ebenso wie für jene, die davon ausgeschlossen sind. Während Frauen sich stärker mit der Frage beschäftigen, ob ihr Partner emotional untreu ist, sorgen sich Männer eher um sexuelle Untreue.
Einige Partner entscheiden sich für Swinging, also den Austausch von Partnern mit anderen Paaren. Ein besonderes Problem in der psychologischen Praxis stellen Individuen dar (überwiegend Männer), die sich auf außereheliche Untreue mit anderen Männern einlassen und ein Doppelleben führen – sowohl in rezeptiver als auch in insertiver Weise (das heißt in passiver oder aktiver sexueller Rolle). Dies wirkt sich äußerst negativ auf die psychische Gesundheit sowohl dieser Personen als auch ihrer Familienangehörigen aus. Ehefrauen solcher Männer nehmen dies manchmal wahr und akzeptieren es zum Wohl der Kinder; in anderen Fällen bleibt es unbemerkt, wodurch sie einem erhöhten Risiko der Übertragung von Infektionskrankheiten sowie weiteren, vorwiegend psychischen Folgen ausgesetzt sind.
Gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen Männern beruhen häufig ausschließlich auf der Befriedigung des sexuellen Triebes, einerseits aufgrund der evolutionären Natur promiskuitiver männlicher Bedürfnisse, andererseits aus Angst, sich emotional an eine andere Person zu binden und sie auf die gleiche Weise zu lieben wie eine Person des anderen Geschlechts (oder zu glauben, sie so zu lieben). Frauen mit homosexuellen Neigungen können von ihrem Partner verlangen, eine dritte Person – also eine weitere Frau – in die eheliche Beziehung einzubeziehen, was für den Mann zunächst eine sexuelle Herausforderung darstellen kann; mit der Entwicklung emotionaler Dynamiken zwischen dem Mann und beiden Frauen sowie zwischen den Frauen selbst können solche Beziehungen jedoch zunehmend komplex werden.
Einige Menschen sind bisexuell und empfinden das Bedürfnis, sowohl eine gleichgeschlechtliche als auch eine gegengeschlechtliche Person in ihrem Leben zu haben, um sich vollständig zu fühlen. Dies bringt zahlreiche Herausforderungen und Belastungen mit sich, die mitunter schwer zu bewältigen sind. In solchen Situationen kann psychologische Unterstützung und Begleitung eine bedeutende Rolle spielen.
Heutzutage ist ein zunehmender Trend von Ehescheidungen und der Regelung des Sorgerechts für Kinder zu beobachten, was Fragen von besonderer Bedeutung für die Forensische Psychologie und Psychopathologie darstellt, beziehungsweise in der Praxis für forensisch-psychologische Gutachten in zivilrechtlichen Verfahren. Einige Faktoren tragen zur Scheidung bei, darunter:
- die Eheschließung im Jugendalter oder bevor die emotionale und soziale Reife erreicht wurde (vor dem 25. Lebensjahr);
- die Eheschließung aufgrund einer ungeplanten Schwangerschaft;
- das Fehlen religiöser Weltanschauungen (was mitunter auch symptomatisch sein kann, da Menschen sich aus religiösen Gründen nicht scheiden lassen, in unglücklichen Ehen verbleiben und infolgedessen verschiedene psychische Störungen entwickeln);
- das Vorhandensein unterschiedlicher religiöser Überzeugungen;
- Kommunikationsprobleme zwischen den Partnern;
- frühere Scheidungen (oder die Erfahrung der Scheidung der eigenen Eltern).
Bei Frauen ist nach einer Scheidung ein Anstieg depressiver Störungen zu beobachten, während Männer häufiger zu Substanzmissbrauch neigen und einen schlechteren körperlichen sowie psychischen Gesundheitszustand aufweisen.
Die Sexualität älterer Menschen wird tendenziell weniger problematisch, weil Menschen im höheren Alter in der Regel bereits vieles in ihrer Sexualität erlebt haben, was sie erleben wollten. Andererseits gibt es auch Gruppen junger Menschen mit gerontophilen Neigungen, das heißt, sie werden ausschließlich durch ältere Personen sexuell erregt; dies ist ein legitimes Recht und stellt kein verbotenes sexuelles Verhalten dar, da es sich um Personen handelt, die freiwillig einwilligen können, sofern sie geistig zurechnungsfähig sind. Ältere Menschen können außerdem Schwierigkeiten bei der Ausübung ihrer Sexualität haben, bedingt durch biologische Einschränkungen, die mit dem Alter auftreten. Psychisch erkrankte Personen oder Menschen, die psychotrope Medikamente einnehmen, können ebenfalls Veränderungen im sexuellen Verhalten erleben, weshalb ihnen psychosexuelle Beratung erforderlich sein kann. Manchmal sind psychische Probleme sexueller Natur, und wenn psychosexuelle Schwierigkeiten gelöst werden, lösen sich auch jene psychischen Probleme, die lediglich manifest waren. Deshalb ist für die Lösung eines Problems eine detaillierte Analyse erforderlich.
Sexuelles Verhalten

Hormone spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Ausprägung der Sexualität (insbesondere Östrogen und Testosteron), doch für die menschliche Sexualität sind auch Lebenserfahrungen sowie soziale, kulturelle und ethnische Einflüsse von Bedeutung. Die Hormonspiegel nehmen mit zunehmendem Alter ab, was verschiedene körperliche Veränderungen verursacht (z. B. eine stärkere vaginale Trockenheit und eine verminderte Empfindlichkeit bei Frauen sowie seltenere und schwächere Erektionen bei Männern). Soziale und religiöse Einflüsse wirken sich erheblich auf das sexuelle Verhalten im Erwachsenenalter aus. Religiösere Menschen weisen tendenziell konservativere sexuelle Verhaltensweisen auf als nicht religiöse Personen.
Bei Frauen kann der Menstruationszyklus den Zyklus der sexuellen Reaktion beeinflussen. Kenntnisse über Sexualität wirken sich auf die Beziehung zwischen den Partnern sowie auf das Erleben des Orgasmus, also das Erreichen sexueller Befriedigung, aus. Die sexuelle Reaktion umfasst die Phasen des Interesses beziehungsweise des Verlangens, der sexuellen Erregung, der Aktivität und des Höhepunkts (Orgasmus), gefolgt von der sogenannten „refraktären Phase“, also einer Zeitspanne, in der sexuelle Erregung vorübergehend nicht erneut erreicht werden kann. Diese Phase ist bei Männern nach sexueller Aktivität in der Regel länger als bei Frauen. Während Frauen nach dem Erleben eines Orgasmus erneut Geschlechtsverkehr haben können, benötigen Männer eine gewisse Zeit, um sich von sexuellen Aktivitäten zu „erholen“, bevor sie erneut sexuelle Erregung erreichen. Bei manchen Personen ist dies nicht erforderlich, während andere nicht in der Lage sind, mehr als einen Orgasmus zu erleben, was von der individuellen Sexualität abhängt.
Solitäre sexuelle Verhaltensweisen beziehen sich auf Masturbation und sexuelle Fantasien, die auch in interaktiven sexuellen Beziehungen genutzt werden können. Sowohl Männer als auch Frauen können sexuelle Fantasien einsetzen, um die sexuelle Erregung zu steigern. Manche Menschen sind stärker, andere weniger sexuell fantasievoll. Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Entstehung sexueller Fantasien (religiöse Überzeugungen, kulturelle Einflüsse, familiäre Beziehungen, Missbrauchserfahrungen, Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung usw.).
Masturbation wird als eine Strategie betrachtet, um die sexuelle Gesundheit zu fördern, Stress zu reduzieren und ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden sowie sexuell übertragbaren Krankheiten vorzubeugen.. In bestimmten Lebenskontexten (z. B. Militär oder Gefängnis) wird Masturbation zur einzigen sexuellen Möglichkeit, sofern man keine unerlaubten gleichgeschlechtlichen sexuellen Beziehungen eingehen möchte.
Menschen beteiligen sich aus unterschiedlichen Gründen an sexuellen Aktivitäten, nicht nur zur Fortpflanzung, sondern auch um sexuelle Befriedigung zu erleben oder Stress zu reduzieren, ebenso aus Liebe, aus Gründen des sozialen Status, aus Rache, aus Pflichtgefühl, aus Neugier oder sogar als eine Form der körperlichen Betätigung. Diese sexuellen Aktivitäten können mit unterschiedlichen Personen und in verschiedenen Kontexten stattfinden – etwa als „One-Night-Stand“, als „Beziehung ohne Verpflichtungen“, mit Bekannten, Fremden oder flüchtigen Begegnungen. Sexuelle Aktivitäten müssen nicht zwingend Penetration oder Koitus bedeuten, sondern können von Küssen und Berührungen über gegenseitige Masturbation und Oralsex bis hin zum Koitus reichen. Paare, die häufiger sexuelle Beziehungen haben, sind in der Regel sowohl sexuell als auch in ihrem psychischen Leben zufriedener, praktizieren häufiger Oralsex, erreichen Orgasmen konsistenter und weisen mehr Vielfalt im Sexualleben auf, wodurch insgesamt auch die Lebenszufriedenheit höher ist.
Vor dem Geschlechtsverkehr können Paare bestimmte Formen des Vorspiels als „Präludien“ der sexuellen Aktivität einsetzen; mitunter kann das Vorspiel selbst zu einem eigenständigen sexuellen Spiel werden. Dabei kommen verschiedene Methoden und Techniken der sexuellen Erregung zum Einsatz, die darauf abzielen, Intimität, Berührung und den emotionalen Austausch zwischen den Partnern zu verlängern. Mitunter stellen sich Partner die Frage, auf welche Weise sie ihren Partner durch manuelle oder orale Stimulation befriedigen können; gelingt eine entsprechende Kommunikation nicht, kann die Unterstützung durch eine Fachperson hilfreich sein.
Während des Geschlechtsverkehrs ist die Lubrikation des rezeptiven Partners von entscheidender Bedeutung. Bei heterosexuellen Paaren muss die vaginale Lubrikation für die Penetration ausreichend sein, da es andernfalls zu schmerzhaften Geschlechtsverkehren kommen kann, insbesondere wenn die Frau psychologisch eher konservativ erzogen wurde und Sexualität nicht ausreichend differenziert wahrnimmt; in solchen Fällen ist fachliche Unterstützung häufig von großer Bedeutung. Auch beim Analverkehr ist eine ausreichende Lubrikation erforderlich, um die Penetration des Penis in den Anus zu ermöglichen. Dies kann auch durch Oralsex erreicht werden, wobei jedoch das Infektionsrisiko höher ist. Analverkehr ist generell mit einem erhöhten Risiko der Übertragung von Infektionen verbunden, da in diesem Körperbereich natürlicherweise vorkommende Bakterien an anderen Stellen des Körpers pathogen wirken können. Daher sollte Analverkehr mit besonderer Vorsicht praktiziert werden.
Variationen im sexuellen Verhalten

Die Einschätzungen sozialer Werte innerhalb einer Gesellschaft beeinflussen stärker als wissenschaftliche Erkenntnisse, welche sexuellen Verhaltensweisen als akzeptabel gelten; diese Einstellungen können sich jedoch im Laufe der Zeit und durch Erfahrungen verändern.
Paraphilien oder paraphile Störungen beziehen sich auf wiederkehrende, intensive sexuelle Erregungen und Fantasien, sexuelle Impulse oder Verhaltensweisen, die ein Begehren nach einem unangemessenen beziehungsweise „nicht-menschlichen“ erotischen Objekt beinhalten oder auf das Verlangen nach Erniedrigung und Leid einer anderen Person oder der eigenen Person gerichtet sind, sowie auf sexuelles Begehren gegenüber Kindern oder anderen Personen, die keine freiwillige Einwilligung geben können (mental beeinträchtigte Personen).
Einige Menschen können „atypische“ sexuelle Interessen haben, ohne dass es sich um eine paraphile Störung handelt.Beispielsweise können manche Menschen den Wunsch haben, sich an einvernehmlichen sadomasochistischen Praktiken mit Erwachsenen zu beteiligen, Kleidung des anderen Geschlechts zu tragen, anderen beim Geschlechtsverkehr zuzusehen oder selbst sexuelle Handlungen auszuüben, während sie von anderen beobachtet werden. All diese Aktivitäten müssen nicht zwangsläufig sexuelle Störungen oder Paraphiliendarstellen, da es sich um individuelle Lebensstile handelt. Spezifisch ist jedoch die pädophile Störung , die sexuelle Aktivitäten mit Kindern unter 18 Jahren umfasst (nach einigen gesetzlichen Regelungen auch darunter), ebenso wie die zoophile Störung, die sexuelle Aktivitäten mit Tieren beinhaltet. Paraphilien können durch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren entstehen; in der psychologischen Praxis werden jedoch am häufigsten folgende Aspekte festgestellt: Erfahrungen sexuellen Missbrauchs in der Kindheit oder später im Leben, wobei sexueller Missbrauch in der Kindheit besonders schädliche Auswirkungen auf die spätere psychische Gesundheit hat; dysfunktionale Familien und das Aufwachsen in solchen Strukturen sowie familiäre Probleme in der Kindheit; die Sexualisierung traumatischer Erfahrungen; mediale Einflüsse in Verbindung mit traumatischen Erlebnissen. Paraphile Störungen, wenn sie nicht behandelt werden, können schwerwiegende Folgen für die psychische Gesundheit des Einzelnen haben und sogar Regeln, Normen und Gesetze der sozialen Gemeinschaft gefährden /wie im Fall von Zoophilie, Pädophilie oder Nekrophilie beziehungsweise silovanja und sexueller Ausbeutung anderer/.
Sexuell-kompulsives Verhalten stellt eine Variante sexuellen Verhaltens dar, die in wissenschaftlichen Klassifikationen bislang nicht als Störung erscheint, obwohl sie früher als „exzessives sexuelles Verhalten (Satyrismus bei Männern und Nymphomanie bei Frauen)“ bezeichnet wurde; in der Fachliteratur findet man zudem Bezeichnungen wie „hypersexuelle Störung“, „sexuelle Abhängigkeit“, „sexuell-impulsive Störung“ oder auch „sexuelle Kompulsivität“.
Menschen beteiligen sich mit unterschiedlicher Intensität und Häufigkeit an sexuellen Verhaltensweisen, doch einige übertreiben und werden vom Sex besessen. Dennoch sollte das Sexualleben ein bestimmtes Maß an „Mäßigung“ beinhalten, ähnlich wie beim Konsum von Drogen und Alkohol, beim Glücksspiel und bei anderen Verhaltensweisen, die scheinbar Erregung und Befriedigung bringen. Sexuell-kompulsive Menschen lassen sich auf promiskuitive sexuelle Verhaltensweisen ein, wechseln häufig die Partner und setzen sich dem Risiko der Übertragung von sexuell übertragbaren Krankheiten aus und leiden häufig an weiteren psychischen Störungen, wie depressiven Störungen oder Störungen des Substanz(miss)brauchs, und erfahren zahlreiche Folgen ihres sexuellen Verhaltens (hoher finanzieller Aufwand, Vernachlässigung familiärer und beruflicher Verpflichtungen u. a.).
Die Behandlung von Variationen im sexuellen Verhalten setzt zunächst eine detaillierte psychodiagnostische Beurteilung voraus, die mittels Interviews, Verhaltensbeobachtungen, psychologischer Tests und Persönlichkeitsinventare durchgeführt wird. Das grundlegende Ziel muss die Verhaltensänderung der Person sein, und die Behandlung kann auch den familiären Kontext einbeziehen, eine medikamentöse Therapie erfordern sowie edukative und andere Methoden und Arbeitstechniken umfassen.
Empfinden Sie Unbehagen aufgrund Ihrer sexuellen Fantasien, Gedanken, Impulse und Verhaltensweisen?
Sexuelle Orientierung
Die sexuelle Orientierung bezieht sich auf die sexuelle Anziehung zu Personen des anderen Geschlechts (heterosexuell), des gleichen Geschlechts (homosexuell) oder beider Geschlechter (bisexuelle Orientierung). Obwohl sie als „sexuelle Orientierung“ bezeichnet wird, muss sie nicht ausschließlich sexuelle Anziehung bedeuten, sondern auch emotionale, körperliche und intime im Algemeinem. Die sexuelle Orientierung von Menschen wird nicht nur durch sexuelles Verhalten bestimmt, sondern auch durch Gedanken und Fantasien. Im sexuellen Verhalten können Menschen sich auf heterosexuelle Beziehungen einlassen, da sie ihre sexuelle Orientierung aufgrund gesellschaftlicher Verurteilungen nicht ausdrücken dürfen. Auf den folgenden zwei Skalen können Sie Ihre sexuelle Orientierung überprüfen.
Klein-Gitter der sexuellen Orientierung
Es ist nicht genau bekannt, wie viele Menschen unterschiedliche sexuelle Orientierungen haben, jedoch werden nicht-heterosexuell orientierte Personen üblicherweise als „sexuelle Minderheiten“ oder als LGBTIQ-Population bezeichnet. Sexuelle Verhaltensweisen müssen nicht zwangsläufig der sexuellen Orientierung entsprechen /weshalb betont wird, dass es sich nicht nur um Verhaltensweisen, sondern auch um Gedanken, Fantasien, Wünsche und Impulse handelt/; zudem ist eine Tendenz zu einem Anstieg der Zahl von Menschen zu beobachten, die sich als LGBT identifizieren (früher ging man davon aus, dass der Anteil schwuler Männer bis zu 4 % und der von lesbischen Frauen bis zu 3 % betrug, während der Anteil bisexuell orientierter Personen bei etwa 3 % lag; diese Prozentsätze sind jedoch deutlich höher, auch aufgrund der sozialen Stigmatisierung, die mit der Identifikation als Person mit einer nicht-heterosexuellen Orientierung verbunden ist).
Viele nicht-heterosexuell orientierte Menschen müssen mit Diskriminierung, Vorurteilen und rechtlichen Regelungen umgehen, die gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht anerkennen; häufig werden sie auch von Familienangehörigen und Freunden abgelehnt und können Probleme am Arbeitsplatz erfahren. In einigen Ländern werden diese Menschen sogar mit der Todesstrafe bestraft. In unserer Gesetzgebung sind nicht-heterosexuelle Verhaltensweisen zwar nicht strafbar, werden jedoch von der sozialen Gemeinschaft nur widerwillig akzeptiert (insbesondere männliche Homosexualität). Personen, die sich öffentlich an homosexuellen Verhaltensweisen beteiligen, können mit bestimmten negativen Reaktionen und Konsequenzen seitens der Gesellschaft konfrontiert sein, was zur Entwicklung psychischer Anpassungsschwierigkeiten und zur Exposition gegenüber traumatischen Erfahrungen führen kann.
Nicht-heterosexuelle Personen durchlaufen einen Prozess der Akzeptanz der sexuellen Identität, der allgemein als „Coming-out“ bezeichnet wird und die Grundlage der psychologischen Behandlung von Menschen bildet, die aufgrund von Problemen im Zusammenhang mit sexueller Orientierung und sexueller Identität psychologische Hilfe suchen. Es wäre daher unzutreffend zu sagen, dass sexuelle Orientierung veränderbar sei; sie kann lediglich akzeptiert werden. Einige Personen akzeptieren ihre nicht-heterosexuelle Identität weiterhin nicht, und eine solche verwirrte Identität setzt sich bis ins Erwachsenenalter fort, kann erheblichen psychischen Druck erzeugen und sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken (vermindertes Selbstwertgefühl, Entwicklung von depressiven Störungen, Störungen des Substanzmissbrauchs, Persönlichkeitsstörungen u. a.).
Mehr als die Hälfte der Eltern reagiert negativ auf die nicht-heterosexuelle Orientierung ihrer Kinder; diese Reaktionen sind durch Enttäuschung, Scham und Schock gekennzeichnet, sodass die Mehrheit nicht-heterosexueller Jugendlicher elterliche Zurückweisung im Zusammenhang mit ihrer sexuellen Orientierung erlebt, was besonders in konservativeren und stärker religiösen Milieus mit traditionellen Wertvorstellungen ausgeprägt ist. Ältere nicht-heterosexuelle Personen können aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Schwierigkeiten in der sozialen Anpassung haben, da sie in einer Gesellschaft und unter rechtlichen Rahmenbedingungen aufgewachsen sind, die gegenüber nicht-heterosexueller Normativität ablehnend und negativ eingestellt waren. Personen, die ihre sexuelle Identität niemals akzeptiert haben, können in Einsamkeit und soziale Isolation geraten und entwickeln depressive Störungen aufgrund internalisierter Homophobie (das heißt eines Hasses gegenüber der eigenen sexuellen Identität). Homophobie bezeichnet das Phänomen übermäßiger Angst und Vermeidung homosexueller Personen sowie die Ausbildung extrem negativer Einstellungen gegenüber Homosexualität und Homosexuellen, die nicht selten auch zur Begehung gewalttätiger Straftaten gegen sexuell nichtkonforme Personen führen.
Die Mehrheit der Menschen aus der LGBTIQ-Gemeinschaft hat mindestens einmal im Leben Erfahrungen mit Hassverbrechen gemacht oder war Opfer von Misshandlung, wobei die Viktimisierungsraten bei Jungen und jungen Männern höher sind. Die Viktimisierung beginnt in der Regel im Jugendalter, obwohl einige verbale Angriffe bereits im Vorschulalter auftreten können. Gewalt gegenüber LGBTIQ-Personen nimmt mit zunehmender gesellschaftlicher Akzeptanz dieser Personen zu, was zur Entstehung radikaler Einstellungen bei Einzelpersonen und Gruppen führt, die negative Haltungen und Hass gegenüber diesen Menschen zeigen. Die Gesellschaft toleriert weibliche Homosexualität in gewissem Maße besser, weshalb die sexuelle Identität von Frauen fließender ist als die von Männern. Frauen identifizieren sich häufiger als bisexuell als Männer.
Haben Sie Schwierigkeiten, Ihre sexuelle Identität zu akzeptieren?
Schwangerschaft, Abtreibung und Geburt

Die Erkenntnis, dass ein Mädchen beziehungsweise eine Frau schwanger ist, wirkt sich unterschiedlich auf verschiedene Schwangere aus. Diese Erkenntnis hängt mit dem Zeitpunkt, der psychologischen Bereitschaft, den Lebensumständen der Schwangeren sowie insbesondere damit zusammen, ob die Schwangerschaft mit einem Partner entstanden ist, von dem man sich ein Kind wünscht, der angemessenes genetisches Material bereitstellt und psychologische Sicherheit für den Nachwuchs bietet. Wird die Schwangerschaft akzeptiert, beginnt die Psychologie der Schwangeren, die mitunter recht komplex sein kann und ein gewisses Maß an Stress sowohl für die Schwangere als auch für den Partner oder für andere Kinder mit sich bringen kann, sofern diese bereits vorhanden sind.
Wird die Schwangerschaft nicht akzeptiert, entstehen Überlegungen, die Schwangerschaft mittels medizinischer Methoden, also durch einen Schwangerschaftsabbruch, zu beenden. Über diese Entscheidung entscheidet in der Regel die Schwangere, es besteht jedoch die Möglichkeit, die endgültige Entscheidung gemeinsam als Paar oder mit einer Fachperson (z. B. Psychologe, Gynäkologe, Psychiater) zu besprechen. In der Regel ist es erforderlich, die Meinung mehrerer Fachpersonen einzuholen, abhängig von der Intensität des inneren Konflikts der Schwangeren oder des Paares. Mitunter kommt es vor, dass der Mann einen Schwangerschaftsabbruch wünscht, während die Frau dies nicht möchte; auch diese Situation sollte vor der endgültigen Entscheidungsfindung sorgfältig erörtert werden.
Die Psychologie der Schwangeren wird üblicherweise in drei Trimester unterteilt, wie es auch in der Fachliteratur für die Schwangerschaft allgemein üblich ist. Im ersten Trimester finden die wichtigsten Aspekte der Embryonalentwicklung statt; das Baby wächst, und in diesen Monaten der Schwangerschaft kann diese nicht zwingend sofort bemerkt werden. Im zweiten Trimester nimmt die Schwangere bereits die Bewegungen des Babys im Mutterleib wahr, und dieses Trimester stellt für die Schwangere in der Regel die positivste Phase der Schwangerschaft dar. Im dritten Trimester kommt es zum Austritt von Kolostrum aus den Brustwarzen der Schwangeren, und die Partner beginnen sich allmählich auf die Geburt vorzubereiten und sprechen über konkrete Schritte (den Namen des Babys, die Einrichtung des Zimmers, die Anwesenheit bei der Geburt und Ähnliches).
Frauen mit Über- oder Untergewicht können während der Schwangerschaft Schwierigkeiten haben. Der Konsum von Alkohol und Drogen trägt zu bestimmten Risiken für den Fötus bei. In den letzten Jahren ist ein Anstieg von Müttern zu beobachten, die während der Schwangerschaft Marihuana konsumieren, was zu bestimmten Folgen führen kann. Allerdings ist jeder Organismus individuell, sodass es bei manchen keine Auswirkungen geben muss, das Risiko jedoch stets besteht. Einige Ehepaare entscheiden sich für eine künstliche Befruchtung, bei der es sich um Verfahren handelt, die hohe finanzielle Mittel erfordern; mitunter liegen die Probleme jedoch psychologischer Natur und könnten durch die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Partnern sowie durch die Arbeit an der Intensivierung ihrer natürlichen gegenseitigen Sexualität gelöst werden.
Sexuelle Aktivitäten sind bei den meisten Frauen während der Schwangerschaft in der Regel sicher, bis auf die letzten Wochen der Schwangerschaft bei unkomplizierten Verläufen. Das Erleben eines Orgasmus ist grundsätzlich unbedenklich, es können jedoch gelegentlich schmerzhafte Kontraktionen der Gebärmutter auftreten.
Ein spontaner Abort oder eine Fehlgeburt ist der natürliche Abschluss einer Schwangerschaft, bevor der Fötus lebensfähig wäre. Die meisten Fehlgeburten treten im ersten Trimester auf, es gibt jedoch auch Fälle, in denen sie zu einem späteren Zeitpunkt auftreten. Die Erkenntnis, dass es zu einer Fehlgeburt gekommen ist, wird unterschiedlich verarbeitet und erfordert mitunter psychologische Interventionen bei der Schwangeren und/oder dem Paar. Ein weiteres Problem stellt die Geburt von Kindern mit bestimmten Beeinträchtigungen dar; diese Erkenntnis kann bei den Eltern Gefühle von Schock, Scham und Enttäuschung auslösen, also eine Vielzahl negativer Emotionen hervorrufen. Mitunter kommt es vor, dass Eltern das Vorliegen eines Problems verleugnen. Während der Schwangerschaft denkt die Schwangere häufig über verschiedene Möglichkeiten und die Folgen der Geburt selbst nach. Schwangere denken auch über den Geburtsvorgang selbst nach, und mitunter ist unmittelbar nach der Geburt fachliche Unterstützung erforderlich, wenn bei der Wöchnerin auch andere Zustände auftreten können, wie etwa postpartale psychotische Episoden. Wöchnerinnen können auch eine postpartale depressive Episode ohne psychotische Symptome entwickeln, bei der Symptome auftreten, die einer Major-Depression ähneln, jedoch spezifische Merkmale aufweisen, da sie mit der Geburt sowie mit der Situation verbunden sind, die der Geburt vorausging oder auf sie folgte.
Nach der Schwangerschaft folgt auch die Psychologie der Wöchnerin, die ebenfalls eigene Herausforderungen mit sich bringen kann, insbesondere im Hinblick darauf, ob die Frau ihre neue Rolle als Mutter und die Mutterschaft als solche annimmt. Mutterschaft kann auch später im Leben Schwierigkeiten verursachen, vor allem wenn sie nicht vom Vater des Kindes unterstützt wird oder wenn Probleme in den familiären Beziehungen bestehen. In der Regel wird eine sexuelle Enthaltsamkeit im Sinne des koitalen Geschlechtsverkehrs von bis zu sechs Wochen empfohlen, während andere sexuelle Praktiken möglich sein können. Bei unkomplizierten Schwangerschaften, bei denen die Geburt ohne Komplikationen verlaufen ist, kann mit sexuellem Verkehr bereits zwei Wochen nach der Geburt begonnen werden; in der Regel können Mütter jedoch etwa drei Monate nach der Geburt wieder uneingeschränkt zu ihren früheren sexuellen Aktivitäten zurückkehren. Dies zeigt sich auch bei Paaren mit Kindern, zwischen denen nur ein Jahr Altersunterschied besteht, bei denen die Eltern kurz nach der Geburt wieder sexuelle Beziehungen aufgenommen haben. Für die Mutter kann dies mitunter sehr belastend sein, weshalb Väter sich stärker in bestimmte Lebensbereiche der Mutter einbringen und die Psychologie der Schwangeren und der Frau im postpartalen Zustand respektieren sollten, da es sich um einen besonderen „anderen Zustand“ handelt, den Männer häufig nur schwer verstehen oder dem sie nur unzureichend empathisch begegnen können, da sie selbst weder schwanger werden noch gebären können. Es ist sogar fraglich, ob alle Ehemänner der Geburt beiwohnen, also der Geburt ihres Kindes beiwohnen sollten, wenn sie sich darauf nicht zuvor psychologisch vorbereitet haben.
Planen Sie eine Schwangerschaft oder sind Sie schwanger / haben Sie eine schwangere Partnerin? Haben Sie konkrete Fragen zur Psychologie der Schwangeren?
Herausforderungen des sexuellen Funktionierens
Sexuelle Gesundheit ist von großer Bedeutung für unsere allgemeine psychische und körperliche Gesundheit – und umgekehrt. Eine gesunde Sexualität hängt von einem guten körperlichen und psychischen Gesundheitszustand ab. Sexuelle Probleme treten auf, wenn wir uns nicht ausreichend sexuell erregt fühlen, wenn das Maß an Enthusiasmus geringer ist oder wenn Schwierigkeiten bestehen, sich während des Geschlechtsverkehrs zu entspannen. Die meisten Paare erleben gelegentlich sexuelle Probleme, die sich in der Regel von selbst lösen und wieder verschwinden, weshalb sie keine Hilfe in Anspruch nehmen. In manchen Fällen bestehen sexuelle Probleme jedoch fort und führen zu weiteren Schwierigkeiten innerhalb der Partnerschaft.
Psychologische Faktoren, die zu sexuellen (Dys-)Funktionen beitragen können, sind unbewusste Ängste, Stress, Angstzustände, Depressivität, Schuldgefühle, Wut, Angst vor Intimität, Abhängigkeit oder Verlassenwerden, Sorgen über den Verlust der Kontrolle sowie Angst im Zusammenhang mit der sexuellen Leistungsfähigkeit. Auch andere Beziehungsprobleme können sexuelle Schwierigkeiten verursachen, darunter das Gefühl, nicht ausreichend geliebt oder respektiert zu werden, mangelndes Vertrauen, Wut, Unsicherheit, Konflikte und weitere Faktoren.
Sexuelle Probleme können langfristig sein und über das gesamte Leben hinweg bestehen oder periodisch auftreten, das heißt erworben sein; mitunter sind sie an bestimmte Situationen gebunden oder treten in allen Situationen auf (z. B. kann eine Person sexuelle Erregung alleine erreichen, jedoch nicht mit dem Partner). Anhaltende sexuelle Probleme haben in der Regel biologische und/oder psychologische Ursachen, während erworbene sexuelle Probleme (die zuvor nicht vorhanden waren) häufig psychogen bedingt sind. Im Rahmen der psychologischen Behandlung ist es von großer Bedeutung, die verschiedenen Faktoren zu identifizieren, die zur Entstehung sexueller Probleme beitragen. Dazu gehört die Analyse möglicher sexueller Probleme der Partner selbst, ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit, von Vulnerabilitätsfaktoren, von Faktoren der partnerschaftlichen Beziehung, von kulturellen und religiösen Einflüssen sowie von biologischen beziehungsweise medizinischen Faktoren.
Bei manchen Menschen löst das sexuelle Verlangen Verhaltensweisen aus, die zur Suche nach sexuellen Aktivitäten führen, während bei anderen das sexuelle Verlangen erst dann auftritt, wenn sie sich auf sexuelle Aktivitäten einlassen, als eine Art Reaktion auf die sexuelle Aktivität selbst. Probleme des sexuellen Verlangens zeigen sich in einem abgeschwächten oder fehlenden Wunsch nach sexueller Aktivität, was zur Entwicklung psychischer und körperlicher Symptome führen kann. Menschen mit geringem sexuellem Verlangen haben keine oder nur selten sexuelle Fantasien, initiieren sexuelle Aktivitäten seltener und betreiben kaum Selbstbefriedigung. Solche Probleme, um als solche betrachtet zu werden als sexuelle Dysfunktion gelten zu können, müssen sie mindestens sechs Monate lang und über die meiste Zeit hinweg vorhanden sein.
Gesundheitsprobleme, chronische Erkrankungen wie Diabetes, Hypertonie sowie andere autoimmune oder kardiovaskuläre Erkrankungen, Herzinfarkte, Schlaganfälle und Krebserkrankungen können das Sexualleben negativ beeinflussen. Brustkrebs bei Frauen und die Behandlung von Krebserkrankungen jeglicher Art wirken sich ebenfalls negativ auf die physiologischen, psychischen und interpersonellen Aspekte des sexuellen Funktionierens und der sexuellen Zufriedenheit aus. Ebenso kann Prostatakrebs bei Männern die sexuellen Funktionen beeinträchtigen. Neurologische Zustände und Erkrankungen, Alkoholismus, psychische, respiratorische, gastroenterologische und andere Erkrankungen können die sexuelle Funktionsfähigkeit negativ beeinflussen; dabei kann es vorkommen, dass bei erkrankten Personen das sexuelle Verlangen erhalten bleibt, während die Partner der erkrankten Personen aufgrund der Beeinträchtigung oder Behinderung des Partners ihr sexuelles Verlangen verlieren.
Menschen mit sexuellen Problemen sollten so früh wie möglich behandelt werden, damit sich diese Probleme nicht verschlimmern. Werden Probleme ignoriert, führen sie zur Entstehung neuer Probleme und zur Verschärfung bereits bestehender Schwierigkeiten.
Glauben Sie, dass Sie sexuelle Probleme haben?
Sexuell übertragbare Krankheiten
Eine Erkrankung an sexuell übertragbaren Krankheiten bringt eine Reihe psychologischer Herausforderungen mit sich, angefangen bei der Akzeptanz der Erkrankung über die in Gesundheitseinrichtungen angebotenen Behandlungen — wobei Patienten häufig auch auf Vorurteile seitens der Ärzte stoßen, die sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten befassen, meist Fachärzte für Dermatologie und Venerologie — bis hin zur gesellschaftlichen Stigmatisierung von Personen, die an chronischen sexuell übertragbaren Erkrankungen leiden (dies betrifft insbesondere AIDS, das erworbene Immundefektsyndrom, verursacht durch HIV, das Humane Immundefizienzvirus).
Die Erkenntnis, an einer sexuell übertragbaren Krankheit erkrankt zu sein, kann psychologisch sehr belastend sein; ermutigend ist jedoch, dass alle sexuell übertragbaren Krankheiten wirksam behandelt werden können /bakterielle Infektionen können sogar geheilt werden/ beziehungsweise unter Kontrolle gehalten werden können. Sie werden durch Ektoparasiten, Bakterien, Viren oder Pilze verursacht, jedoch können auch andere Mikroorganismen (z. B. Parasiten) sexuell übertragen werden. Studierende tragen das höchste Risiko für die Übertragung sexuell übertragbarer Krankheiten, ebenso Angehörige der schwulen Bevölkerung und transgender Personen, die in der Prostitution tätig sind, sowie sexuell-kompulsive Individuen, also jene, die häufig den Partner wechseln. Häufig gehen junge Menschen sexuelle Aktivitäten ohne Verwendung von Verhütungsmitteln ein und beteiligen sich an sehr riskanten sexuellen Praktiken (wie Gruppensex, sexuelle Orgien oder häufigem, aufeinanderfolgendem Partnerwechsel).
Ektoparasitäre Infektionen umfassen Erkrankungen, bei denen Parasiten übertragen werden, die auf der Hautoberfläche leben; dabei handelt es sich in der Regel um Filzläuse oder um Skabies (auch als „Krätze“ bekannt). Die Symptome beginnen meist mit Juckreiz und gegebenenfalls mit Hautausschlägen; dies kann erheblichen Stress verursachen, insbesondere wenn die Ektoparasiten während einer Partnerschaft erworben werden und zunächst bei einem der Partner festgestellt werden.
Bakterielle Infektionen umfassen Gonorrhö (Tripper), Chlamydien, Syphilis sowie verschiedene vaginale Infektionen; von großer Bedeutung sind ihre frühzeitige Erkennung, die obligatorische sexuelle Abstinenz sowie die gleichzeitige Behandlung beider Partner. Vaginale Infektionen bei Frauen können auftreten, wenn sie mehrere Sexualpartner haben, bedingt durch eine Störung des bakteriellen Gleichgewichts in der Vagina.
Virale Infektionen umfassen das Herpes-simplex-Virus (HSV), das Humane Papillomavirus (HPV), Hepatitisviren (Hepatitis B wird am häufigsten sexuell übertragen, Hepatitis C überwiegend intravenös, kann jedoch auch sexuell übertragen werden, während Hepatitis A sogar deutlich leichter übertragen wird) sowie das Humane Immundefizienzvirus (HIV). Wiederkehrende Virusinfektionen können zu einer Schwächung des Immunsystems und zum Auftreten von Krebserkrankungen führen.
Alle unbehandelten bakteriellen und viralen Infektionen können zu schwerwiegenden körperlichen und psychischen Folgen führen. Eine HIV-Infektion greift T-Zellen an, die im Blut eine zentrale Rolle bei der Bildung von Antikörpern zur Bekämpfung von Infektionen spielen; da dadurch das gesamte Immunsystem beeinträchtigt wird, kommt es zur Entwicklung opportunistischer Infektionen, was mit erheblichen psychischen Belastungen im Umgang mit Stress und Stigmatisierung einhergeht, zumal Infektionen mitunter auch äußerlich sichtbar sein können. Häufig verlaufen sexuell übertragbare Krankheiten zu Beginn symptomlos, sodass Betroffene nicht wissen, dass sie infiziert sind; gerade in dieser Phase ist die Ansteckungsgefahr am höchsten, weshalb sexuelle Abstinenz der erste notwendige Schritt zur Prävention der Infektion weiterer Personen ist. Eine HIV-Infektion entwickelt sich in der Regel zu AIDS, einer chronischen Erkrankung, die mit psychologischer und sozialer Stigmatisierung verbunden ist. Obwohl AIDS häufig mit der schwulen Bevölkerung in Verbindung gebracht wird, kennen infektiöse Mikroorganismen keine sexuellen Minderheiten oder Mehrheiten; sie erkennen lediglich Lebewesen – in diesem Fall Menschen – und versuchen, diese zu infizieren. Daher gibt es keine festen Regeln, wer eine Infektion erleidet, und sexuell übertragbare Infektionen können mitunter auch Personen betreffen, die keinen sexuellen Kontakt mit bekanntermaßen infizierten Menschen hatten. Es reicht beispielsweise aus, mit einer Person zu schlafen, die Filzläuse hat, um diese zu übertragen; Ähnliches gilt für Skabies (Krätze) und andere parasitäre Infektionserreger. Für bakterielle und virale Infektionen ist zwar meist ein engerer Kontakt erforderlich, dieser muss jedoch nicht zwingend penetrativ sein, da einige Infektionen auch oral übertragen werden können. Die Verwendung von Kondomen stellt die wirksamste Präventionsmaßnahme gegen sexuell übertragbare Krankheiten dar; zugleich trägt eine frühzeitige Erkennung zu einem besseren psychischen Wohlbefinden, einer angemesseneren Behandlung und guten Krankheitskontrolle sowie zu einer schnelleren Rückkehr zu alltäglichen Aktivitäten, einschließlich sexueller Aktivitäten, bei.
Glauben Sie, möglicherweise an einer sexuell übertragbaren Krankheit zu leiden, oder wurde bei Ihnen eine sexuell übertragbare Krankheit diagnostiziert?
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Sexuelle Gewalt und Ausbeutung
Sexuelle Gewalt bezieht sich auf alle Arten sexueller Handlungen, die gegen den bewussten Willen einer Person vorgenommen werden. Es gibt mehrere Formen sexueller Gewalt: Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, unerwünschter sexueller Kontakt, erzwungene Penetration sowie kontaktloses unerwünschtes sexuelles Verhalten.
Unter Vergewaltigung versteht man, im fachlich-wissenschaftlichen Sinne, den versuchten oder vollendeten unerwünschten vaginalen, analen oder oralen Penetrationsakt unter Anwendung körperlicher Gewalt (z. B. das Festhalten der betroffenen Person in einer Position, aus der sie sich nicht befreien kann) oder durch Androhung von Gewalt, auch dann, wenn sich das Opfer unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen befindet. Hierzu zählen ebenfalls Situationen, in denen eine Person in irgendeiner Weise kollabiert ist bzw. unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen in einen bewusstlosen oder handlungsunfähigen Zustand versetzt wurde, sodass sie keinen Widerstand leisten oder keine Einwilligung zu sexuellen Handlungen geben konnte. Die Penetration kann mit dem Penis, mit einem Körperteil (Finger, Hand) oder mit geeigneten Gegenständen (z. B. Sexualhilfsmitteln) sowie sogar mit ungeeigneten Gegenständen (stumpfen oder scharfen Objekten) erfolgen.
Sexuelle Nötigung bezieht sich auf die Ausübung von Druck, um eine Person zu sexuellen Handlungen zu bewegen, obwohl sie dies nicht möchte und sich unter Druck gesetzt fühlt. Dies geschieht durch den Einsatz von Drohungen, um sexuelle Handlungen zu erzwingen, oder durch fortgesetzte und wiederholte Forderungen nach sexuellen Kontakten, bis die betroffene Person dem Druck nachgibt und sich auf sexuelle Handlungen einlässt.
Unerwünschter sexueller Kontakt umfasst unerwünschte sexuelle Verhaltensweisen, die keine Penetration beinhalten, sondern Aktivitäten wie Knabbern, Streicheln, Berühren, Umarmen und Küssen. Die Berührung kann über der Kleidung oder direkt am nackten Körper erfolgen und umfasst das Berühren der Genitalregion, des Gesäßes, der Brust, der Leistenregion oder der Beine, kann jedoch auch andere Körperteile einschließen (z. B. den Hals, wenn die Person, die den sexuellen Kontakt sucht, diesen Körperteil nutzt, um die andere Person sexuell zu erregen oder die eigene sexuelle Lust zu befriedigen). Im rechtlichen Sinne kann ein solcher Kontakt als „unzüchtige Handlung“ eingestuft werden. In der forensisch-psychosexologischen Begutachtung wird der „Grad der Gewolltheit des Kontakts“ bei der zu begutachtenden unzüchtigen Handlung sowohl aus Sicht des Täters als auch aus Sicht des Opfers untersucht.
Erzwungene Penetration bezeichnet eine Form sexueller Gewalt, bei der eine Person unter Anwendung körperlicher Gewalt, durch Androhung von Gewalt oder unter Ausnutzung des Umstands, dass sich das Opfer unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen befindet, eine andere Person dazu zwingt, vaginal, oral oder anal penetriert zu werden. Es handelt sich somit um eine Erzwingung sexueller Handlungen durch eine andere Person „über einen Dritten“ bzw. „mittels eines Vermittlers“.
Kontaktloses unerwünschtes sexuelles Verhalten umfasst die unerwünschte Exposition gegenüber sexuellen Situationen, einschließlich Pornografie, verbaler oder verhaltensbezogener sexueller Belästigung sowie der Schaffung einer sexuell feindseligen Atmosphäre. Beispielsweise kann eine Person eine andere dazu zwingen, einen sexuellen Akt zwischen ihr und einer dritten Person zu beobachten, obwohl die gezwungene Person dies nicht möchte. Es gibt zahlreiche Varianten sexueller Funktionsstörungen, die mit sexueller Gewalt in Zusammenhang stehen.
Nahezu die Hälfte der Opfer meldet sexuelle Gewalt nicht, und es wird angenommen, dass jede dritte Frau und jeder sechste Mann im Laufe ihres Lebens eine Form sexueller Gewalt erlebt. Dies bedeutet, dass sexuelle Gewalt in der Gesellschaft weit verbreitet und häufig vorkommend ist, jedoch selten angezeigt wird, unter anderem aufgrund der „schwierigen Beweisbarkeit“ sowie wegen sozialer Stigmatisierung, insbesondere in eher rückständigen, ländlich geprägten Umfeldern.
Glauben Sie, dass Sie selbst oder jemand, den Sie kennen, Opfer sexueller Gewalt gewesen ist?
Die Täter sexueller Gewalt sind überwiegend Männer und müssen nicht zwangsläufig unverheiratet oder alleinstehend sein; es existieren jedoch unterschiedliche Persönlichkeitsprofile solcher Personen. Sie können ausgeprägte sexistische Einstellungen gegenüber sexuellen Minderheiten oder Frauen aufweisen, hohe Ausprägungen von Impulsivität und Aggressivität besitzen sowie ein hohes Maß an Akzeptanz des Vergewaltigungsmythos zeigen (dass Frauen bzw. Vergewaltigungsopfer dies angeblich „wollen“).
Hinweis: In sexuellen Rollenspielen von Paaren gibt es sogenannte „Vergewaltigungsspiele“, die auf freiwilliger Basis praktiziert werden, das heißt, die Partner einigen sich gegenseitig und beidseitig darauf, „wer die Rolle des Vergewaltigers und wer die Rolle der vergewaltigten Person übernimmt“, und praktizieren anschließend solche sadomasochistischen Handlungen, die nicht zwangsläufig eine Folge davon sein müssen einer Sadismus- oder Masochismusstörung, sondern vielmehr der Präferenz der Partner, eine solche Form freiwilligen sexuellen Kontakts zu praktizieren.
Im Kern vergewaltigen sexuelle Täter immer eine Person, die „nicht vergewaltigt werden will“, das heißt, die keine freiwillige Einwilligung gegeben hat. Dies ist der entscheidende Unterschied zwischen einer „einvernehmlichen Vergewaltigung“ (als Teil eines sexuellen Rollenspiels zwischen einwilligenden und bewussten Partnern) und einer Vergewaltigung, die im rechtlichen und psychologischen Sinne niemals freiwillig sein kann. Bei sexuellen Prädatoren finden sich in der sexuellen Biografie häufig Erfahrungen sexuellen und körperlichen Missbrauchs innerhalb der Familie oder in Partnerschaften, oftmals Missbrauchserfahrungen in der Kindheit sowie das Vorhandensein weiterer Formen von Gewalt.
Stalking ist eine Form sexueller Gewalt und kann unerwünschte Telefonanrufe, das Versenden schriftlicher, sprachlicher oder sogar von Videonachrichten, Nachrichten über soziale Netzwerke und E-Mails, das Auftauchen des Täters an bestimmten Orten, an denen das Opfer ihn sehen kann (Schule, Arbeitsplatz, Wohnung, Freizeitorte), sowie das Beobachten, Verfolgen und Ausspionieren des Opfers umfassen. Bei manchen Personen kann es zu der Vorstellung kommen, verfolgt zu werden, weshalb eine detaillierte psychodiagnostische Abklärung erforderlich ist.
Vergewaltigungstrauma-Syndrom
Dieses Syndrom stellt ein zweiphasiges Muster der Stressreaktion dar und ist mit sexuellen,psychischen, verhaltensbezogenen und/oder körperlichen Problemen verbunden (häufig in Kombination). Die erste, akute Phase ist bei den Betroffenen gekennzeichnet durch Gefühle von Schock, Angst, Wut, Selbstbeschuldigung, Scham, Schuld, Misstrauen, Demütigung sowie weitere negative Emotionen. Opfer können Angst davor haben, allein zu sein, sich mit Fremden aufzuhalten oder sich an Orten aufzuhalten, an denen die sexuelle Gewalt stattgefunden hat (zu Hause, im Auto, in einem Zimmer usw.). Auch ausgeprägte Stimmungsschwankungen sind möglich. Schlafstörungen und Albträume zählen zu den häufigen Symptomen. Diese Reaktionen treten unmittelbar nach dem Übergriff auf und können von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen, bei manchen Betroffenen auch über Monate hinweg anhalten, wobei die Möglichkeit besteht, dass sie sich entwickeln zu (komplexe) Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Das Syndrom hängt auch davon ab, ob die sexuelle Gewalt von einer bekannten oder unbekannten Person verübt wurde, weshalb auch die Reaktionen unterschiedlich ausfallen können. Einige Frauen geben sich selbst die Schuld dafür, dass es zur sexuellen Gewalt gekommen ist. Daraufhin kann es zu Folgendem kommen Eine Depression, die bis zu einem Jahr andauern kann, sich jedoch auch zu einer persistierenden depressiven Störung (Dysthymie) entwickeln kann, ebenso wie zu einem Substanzmissbrauch oder zu einer der Persönlichkeitsstörungen.
Die zweite Phase dieses Syndroms stellt eine langfristige Reorganisationsphase dar und umfasst die Rückkehr zur Lebensorganisation sowie die Wiederherstellung der Kontrolle. Die Symptome können bis zu zwei Jahre nach dem Übergriff anhalten, wobei dies individuell unterschiedlich ist. Einige Opfer erholen sich erst nach fünf Jahren, was von den individuellen Eigenschaften abhängt.
Es gibt eine stille Reaktion auf Vergewaltigung – was sich darauf bezieht, dass einige Opfer niemals über den erlebten sexuellen Übergriff sprechen und die Last dieses Ereignisses in sich tragen. Auch bei diesen Opfern sind Angst, Wut und Depression, ebenso wie eine Reihe physiologischer Symptome, die jedoch innerhalb der Person „eingeschlossen“ bleiben. Im Wesentlichen benötigen Opfer, die länger brauchen, um sich jemandem über den erlebten Übergriff anzuvertrauen, in der Regel auch einen längeren Erholungszeitraum. Einige Betroffene benötigen eine verlängerte Genesungsphase, sodass traumatische Erfahrungen mitunter sogar nach zehn oder fünfzehn Jahren erneut auftreten können. Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kindheit werden sich dieser Erfahrungen häufig erst im Erwachsenenalter bewusst, also dann, wenn sie emotional und sozial reifer und stabiler geworden sind. Dies wird mitunter auch missbräuchlich genutzt, und es gibt Fälle von Personen, die „leichtfertig Gewalt anzeigen“, um einem Partner zu schaden, was überprüfbar ist durch gerichtspsychologische Begutachtungen des Täters sowie der Person, die den Täter anzeigt.
Auch Männer können vergewaltigt werden, sowohl durch Frauen als auch durch andere Männer. Solche Taten kommen häufiger in Haftanstalten vor, treten jedoch auch in der „freien Gesellschaft“ auf, werden jedoch aufgrund der Stigmatisierung von Homosexualität seltener angezeigt.
Die Wahrscheinlichkeit, eine Vergewaltigung anzuzeigen, steigt, je unbekannter der Täter ist, wenn Gewalt angewendet wurde oder wenn eine Waffe eingesetzt wurde. Frauen, die eine Vergewaltigung anzeigen, weisen weniger emotionale Symptome auf als Frauen, die die Tat nicht anzeigen. Einige Opfer verzichten auf eine Anzeige aus Angst vor Vergeltung, aus dem Wunsch heraus, das Ereignis zu vergessen, aus Mitgefühl gegenüber dem Vergewaltiger oder weil sie der Ansicht sind, dass ohnehin keine Maßnahmen ergriffen würden. Darüber hinaus gibt es eine spezifische Reaktion auf Vergewaltigung, bei der das Opfer mit dem Vergewaltiger „mitfühlt“ und versucht, ihm zu „helfen“, indem es Tätigkeiten nachgeht, in denen es mit Sexualstraftätern in Kontakt kommen kann (z. B. in Zentren für Sozialarbeit, Justizvollzugsanstalten, Gerichten oder Staatsanwaltschaften).
Sexueller Missbrauch von Kindern
Sexueller Missbrauch von Kindern bezieht sich auf sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen, wobei sich die Kinder in einem untergeordneten Verhältnis zum Täter befinden. Das grundlegende Merkmal ist die machtvolle, dominante Position des Erwachsenen oder des älteren Jugendlichen, die es ihm ermöglicht, das Kind zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Zu den sexuellen Handlungen können das Berühren und Streicheln der Genitalien oder der Brust, das Zwingen des Kindes, den Täter zu berühren und zu streicheln, Masturbation, Voyeurismus, Exhibitionismus, Penetration mit Fingern oder Sexualhilfsmitteln sowie orale, anale oder vaginale sexuelle Handlungen gehören. Ebenso kann die Exposition des Kindes gegenüber Pornografie oder die sexuelle Ausbeutung von Kindern eingeschlossen sein (z. B. zur Ausbeutung von Kindern für Kinderpornografie). Viele Opfer sind zu verängstigt, um den Übergriff anzuzeigen. Opfer inzestuösen Missbrauchs durch den Vater melden das Geschehen am spätesten (wenn überhaupt), während Opfer von Missbrauch durch den Stiefvater solche Vorfälle etwas häufiger anzeigen.
Kinder, die sexuellen Missbrauch nicht anzeigen oder ihn verbergen, können Scham- und Schuldgefühle sowie Angst vor dem Verlust geliebter Freunde oder Familienmitglieder entwickeln. Sie haben ein geringes Selbstwertgefühl und fühlen sich frustriert, weil sie den Missbrauch nicht stoppen konnten. Männliche Opfer werden anfälliger zum Substanzmissbrauch, während weibliche Opfer eher zu suizidalem Verhalten, Depressionen, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen neigen.und sehr häufig treten Probleme im Sexualleben der Opfer sexuellen Missbrauchs auf. Bei einigen Betroffenen wird das Trauma erneut durchlebt, indem sie sich auf riskante sexuelle Aktivitäten einlassen oder durch einen „Wunsch, erneut missbraucht zu werden“.
Häusliche Gewalt kann neben körperlicher, psychischer und wirtschaftlicher Gewalt auch sexuelle Formen von Gewalt umfassen, sowie Stalking, der Einsatz von Aggression sowie die Kontrolle der reproduktiven und sexuellen Gesundheit. Die Risiken, Opfer häuslicher Gewalt zu werden oder selbst als Täter in der Familie aufzutreten, liegen in einer übermäßig unreifen oder frühen Elternschaft (also bei Partnern, die bereits im Jugendalter Familien gründen), in Alkohol- und Drogenproblemen der Täter, in schwerer Armut, Arbeitslosigkeit sowie in weiteren sozialen Problemlagen. Mitunter wird häusliche Gewalt in unserer Gemeinschaft instrumentalisiert, und einige Frauen zeigen ihre Ehemänner an, obwohl sie selbst ebenfalls wechselseitig missbräuchliche Verhaltensweisen zeigen; die Gesellschaft reagiert schneller auf die Anzeige der Frau, während Männer häufig Scham empfinden, anzuzeigen, dass sie von ihrer Ehefrau zu Hause misshandelt werden, was auf doppelte Standards im Umgang mit Sexualität zurückzuführen ist. Institutionen reagieren in solchen Fällen rasch, da faktisch keine „reale Bedrohung durch einen tatsächlichen Gewalttäter“ besteht, und verhängen gegen den „Nicht-Gewalttäter“ Annäherungsverbote gegenüber der angeblichen Opferperson, häufig auch gegenüber den Kindern. Dadurch erhält die „Opferperson“ Spielraum, die Kinder vom „Gewalttäter“ zu entfremden, was eine Form psychischer Kindesmisshandlung darstellt. Sehr häufig kehren Opfer häuslicher Gewalt zu ihren Tätern zurück und entwickeln dadurch eine Art wechselseitige sadomasochistische Beziehung.
Sexuelle Belästigung bezieht sich auf sexuelle Witze, unerwünschte sexuelle Handlungen, „zufälliges“ Zusammenstoßen mit einer Person, das „zufällige“ Auflegen der Hand auf eine Person sowie auf das Herbeiführen von Situationen, in denen der Belästiger eine Person sexuell belästigen kann. Chronische oder schwere sexuelle Belästigung kann psychische Symptome verursachen, die denen von Opfern sexuellen Missbrauchs ähneln, und in extremen Fällen auch zu suizidalem Verhalten führen.. Viele Opfer sprechen niemals mit jemandem darüber, dass sie belästigt wurden. Die Bewältigung dieses Problems setzt jedoch die Anerkennung voraus, dass es stattgefunden hat, da sexuelle Belästiger häufig Machtpositionen innehaben und sich Opfer daher oft nicht dazu entschließen, ihre Viktimisierung offenzulegen. Zudem kommt es vor, dass sie bei einer Anzeige erneut verspottet werden.
Hatten Sie Erfahrungen mit sexueller Belästigung?
Pornografie und Prostitution
Kindern und allen anderen ist jederzeit eine Vielzahl pornografischer (sexuell expliziter) Inhalte zugänglich. Gleichzeitig gewinnt unter jungen Menschen die Identifikation mit Personen aus der Pornografie- oder Reality-Show-Welt zunehmend an Bedeutung, ebenso wie die Erstellung von Profilen auf Sex-Plattformen, um das eigene intime Sexualleben zu teilen und dabei zugleich Geld zu verdienen.
Der durchschnittliche Teenager verbringt täglich mehr als 11 Stunden mit elektronischen Medien (die empfohlene maximale Nutzungsdauer für Kinder und Jugendliche beträgt bis zu zwei Stunden), was Jugendliche anfälliger dafür macht, eine geringere Empathiefähigkeit zu entwickeln und die Emotionen anderer Menschen insgesamt schlechter zu erkennen.
Es gibt bestimmte Bewegungen, religiöse Institutionen und konservativ orientierte Politiker, die sich für stärkere Verbote und Restriktionen der Pornografie einsetzen, obwohl dies heutzutage faktisch kaum umsetzbar ist. Sie vertreten die Auffassung, dass Pornografie destruktiv sei und negative Auswirkungen auf die psychischen und sexuellen Einstellungen junger Menschen habe. Auf der anderen Seite kann Pornografie für manche Personen auch hilfreich sein, beispielsweise für diejenigen mit geringem Selbstwertgefühl oder für Personen, die keine angemessenen sexuellen Kontakte in ihrem sozialen Umfeld aufbauen können. Zudem gibt es Gegner von Zensur, die das Recht jedes Einzelnen betonen, selbst zu entscheiden, womit er sich beschäftigen und was er konsumieren möchte. Pornografie kann sowohl positive als auch negative Effekte haben, abhängig davon, wie sie genutzt wird. Es gibt Personen, die als „pornografieabhängig“ gelten, wobei diese Abhängigkeit dann vorliegt, wenn sexuelle Erregung und Orgasmus ausschließlich durch das Betrachten pornografischer Inhalte erreicht werden können.
ISexarbeit bezeichnet den Austausch von Geld oder Sachleistungen gegen sexuelle Dienstleistungen. Dazu kann auch Pornografie zählen, wobei die pornografische Unterhaltungsindustrie in entwickelten Ländern äußerst umfangreich und stark ausgeprägt ist. Je weniger entwickelt ein Land ist, desto geringer ist in der Regel auch der Entwicklungsgrad seiner pornografischen Industrie. Dennoch gibt es Länder mit wirtschaftlich benachteiligten Regionen, die dennoch qualitativ hochwertige und künstlerisch reduzierte Pornografie produzieren. Entsprechend existieren Auffassungen, die Pornografie als soziale Devianz betrachten, ebenso wie solche, die in der Pornografie eine Form moderner künstlerischer Ausdrucksweise sehen.
Die Sexindustrie umfasst Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter, Escorts, Sex-Operatoren, Stripper und Stripteasetänzerinnen sowie Porno-Schauspielerinnen und -Schauspieler. Die älteste Form der Sexarbeit ist die Prostitution. Die Motive für die Ausübung sexueller Dienstleistungen sind überwiegend wirtschaftlicher Natur. Sexarbeiterinnen sind sehr häufig Opfer sexuellen Missbrauchs und Ausbeutung und erleben auch Vergewaltigungen; zudem beginnen sie oft schon früh im Entwicklungsverlauf mit sexuellen Aktivitäten. Sie bieten ihre Dienstleistungen auf der Straße, in Clubs, über Escort-Agenturen, selbstständig oder für kriminelle Zuhälter bzw. Anwerber zur Prostitution an. Die am weitesten verbreitete Form der Sexarbeit stellen Straßen-Sexarbeiterinnen dar.
Männliche Sexarbeiter betrachten diese Tätigkeit als eine gute Einkommensquelle. Viele von ihnen haben frühe sexuelle Erfahrungen oder Missbrauch in der Kindheit sowie erzwungene sexuelle Verhaltensweisen erlebt; dies tritt häufig in Kombination mit einer homosexuellen Orientierung auf. Das erste sexuelle Erlebnis findet bei diesen Personen vor dem Jugendalter, also bereits in der Kindheit, statt, und sie entwickeln nicht selten Abhängigkeiten von Drogen und/oder Alkohol.
Zuhälter spielen eine zentrale Rolle in der Prostitution, da sie eine vermeintliche „Schutzfunktion“ anbieten, weitere Prostituierte rekrutieren, Gruppen von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern organisieren und diese dazu drängen, immer mehr Geld zu erwirtschaften; dabei erleben sie sich in ihrer Rolle als mächtig.
Kunden, die die Dienstleistungen der Prostitution in Anspruch nehmen, tun dies, weil ihnen dort Sex garantiert ist, sie geringere Chancen haben, zurückgewiesen zu werden, die volle Aufmerksamkeit der Prostituierten erhalten, aber auch aus Gründen der Einsamkeit, Neugier oder um einfach Stress abzubauen; es können zudem weitere Gründe vorliegen.
Kunden sowie Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter haben ein erhöhtes Risiko, sexuell übertragbare Krankheiten zu erwerben und diese weiter in der Gemeinschaft zu verbreiten. Es scheint, dass sexuell übertragbare Krankheiten in Ländern, die die Prostitution legalisiert haben, zurückgegangen sind.
Der sexuelle Menschenhandel entwickelt sich zu einer der brutalsten Formen organisierter Kriminalität, in der sexuelle Sklaverei praktiziert wird. Die Opfer stammen in der Regel aus ärmeren Ländern; auch Bosnien und Herzegowina ist daher ein Land, das für die Einbindung von Sexarbeiterinnen in den sexuellen Menschenhandel anfällig ist. Einige Frauen entscheiden sich, in diesem Bereich zu arbeiten, doch der Umgang mit diesen Arbeiterinnen ist äußerst brutal und gewalttätig und geht sehr häufig mit Drogenkonsum sowie einem kurzen und qualitativ schlechten Leben einher. Viele Opfer des sexuellen Menschenhandels werden unter Drogen gesetzt, geschlagen und vergewaltigt. Gruppenvergewaltigungen und andere Formen besonders brutaler sexueller Gewalt werden eingesetzt, um das Opfer zum Verbleib zu zwingen. Opfer des sexuellen Menschenhandels können eine Vielzahl psychischer Störungen entwickeln, wobei die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) dominiert.

