Entwicklungs- Psychologie und -Psychopathologie

Entwicklungspsychologie ist ein Teilbereich der Psychologie, der sich mit den psychischen Aspekten der menschlichen Entwicklung von der Empfängnis bis zum Tod befasst. Das bedeutet, dass sie alle Lebensphasen umfasst: den pränatalen Zeitraum, das Säuglingsalter, die frühe Kindheit (bis zum dritten Lebensjahr), das Vorschulalter (bis zum Schuleintritt) sowie das Schulalter, innerhalb dessen sich die Pubertät entwickelt (ein individueller Prozess, der in der Regel im Jugendalter beginnt, in manchen Fällen jedoch auch früher). Daran schließt sich die Adoleszenz an, die als der psychologische Zeitraum der Pubertät beziehungsweise als eine Verlängerung der Jugend bis ins Erwachsenenalter betrachtet wird.
Es folgen das frühe Erwachsenenalter (nach der Adoleszenz), das mittlere Erwachsenenalter (etwa vom dritten bis zum fünften Lebensjahrzehnt), das späte bzw. reife Erwachsenenalter (bis in die sechsten Lebensjahrzehnte), das Alter (in der Regel ab der zweiten Hälfte der sechziger Lebensjahre) sowie schließlich der Tod.
Während sich die Entwicklungspsychologie mit Aspekten des sogenannten „normalen“ Entwicklungsverlaufs beschäftigt, befasst sich die Entwicklungspsychopathologie mit psychischer Entwicklung, die von diesem Verlauf abweicht. Sie widmet sich der Erforschung, Erkennung und Behandlung psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter.
Ein Teil dieser Störungen wird als neuroentwicklungsbezogene Störungen bezeichnet.

Razvojna psihologija

Jede Lebensphase bringt bestimmte psychologische Aufgaben mit sich, die bewältigt werden müssen. Die erfolgreiche Bewältigung dieser Aufgaben oder „Krisen“ ermöglicht den Übergang in die nächste Entwicklungsphase sowie die Fähigkeit, die für diese Phase typischen Aufgaben zu lösen.
Solche Aufgaben werden in der Psychologie üblicherweise in kognitive Aufgaben (die mentale bzw. intellektuelle Anstrengung erfordern), emotionale Aufgaben sowie Aufgaben im Zusammenhang mit spezifischen Krisen der psychosozialen Entwicklung unterteilt.

Pränatale Entwicklung – Schwangerschaftsperiode, von der Konzeption bis zur Geburt

Pränatale Entwicklung ist die Entwicklungsphase vom Zeitpunkt der Empfängnis bis zur Geburt und stellt eine unbewusste Lebensperiode dar, an die sich kein Mensch erinnern kann. Dennoch kommt der sogenannten Psychologie der Schwangeren bzw. dem psychischen Erleben während der Schwangerschaft in dieser Phase eine besondere Bedeutung zu, da das Verhalten der Mutter sowie ihr psychisches Funktionsniveau während der Schwangerschaft in hohem Maße nicht nur den Schwangerschaftsverlauf beeinflussen, sondern auch grundlegende Voraussetzungen für die spätere psychische Entwicklung des Kindes schaffen.
Erkenntnisse über die pränatale Entwicklung beziehungsweise über diese Lebensphase eines Individuums liefern uns im Rahmen der psychologischen Anamnese Hinweise auf die Qualität der Kommunikation innerhalb der Familie. Dabei stellt sich unter anderem die Frage, ob die Eltern mit dem Kind über diese Entwicklungsperiode gesprochen haben, wie diese Phase verlaufen ist, welche Erfahrungen die Eltern in dieser Zeit gemacht haben, ob es zu Wohnortswechseln kam, ob Kriegssituationen bestanden, ob es zu Gewalt oder Missbrauch zwischen den Partnern gekommen ist, wie die Schwangerschaft der Mutter erlebt wurde, ob die Mutter Alkohol, Drogen oder Medikamente konsumiert hat und welche materiellen sowie sozialen Lebensbedingungen während der Schwangerschaft vorlagen.
Dies sind nur einige der zahlreichen Fragen, die im Rahmen der psychologischen Entwicklungsdiagnostik eines Individuums unter Berücksichtigung seines pränatalen Entwicklungsverlaufs gestellt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft den Geburtsverlauf sowie das Vorliegen möglicher Komplikationen während der Geburt.

Neuroentwicklungsstörungen

Neuroentwicklungsstörungen, die während der pränatalen oder perinatalen Entwicklung entstehen können, beziehen sich auf Zustände, bei denen Störungen während der Schwangerschaft (pränatal) oder während der Geburt (perinatal) die Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigen. Diese Störungen können zu zahlreichen kognitiven, motorischen, emotionalen und sozialen Beeinträchtigungen führen.

Pränatale Ursachen von Schädigungen beziehen sich auf jene Faktoren, die den Fötus während der Schwangerschaft der Mutter beeinträchtigen, und umfassen genetische Faktoren, Infektionen, Mangelernährung oder unzureichende Ernährung, die Exposition gegenüber Toxinen oder Drogen sowie gesundheitliche Komplikationen der Mutter. Zu den häufigsten mütterlichen Infektionen, die bestimmte neuroentwicklungsbezogene Beeinträchtigungen verursachen können, zählen Infektionen mit dem Rötelnvirus, dem Zytomegalievirus sowie Toxoplasmose.
Eine Infektion mit dem Rötelnvirus, insbesondere im ersten Schwangerschaftstrimenon, kann Störungen aus dem Autismusspektrum sowie intellektuelle Entwicklungsbeeinträchtigungen verursachen. Eine Zytomegalievirusinfektion während der Schwangerschaft kann zu Entwicklungsverzögerungen, intellektuellen Beeinträchtigungen und weiteren neuroentwicklungsbezogenen Schädigungen führen. Die parasitäre Infektion Toxoplasmose kann Entwicklungsverzögerungen, intellektuelle Beeinträchtigungen, psychomotorische Störungen sowie Sehbeeinträchtigungen verursachen.
Der Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft kann zum Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) führen, welches im weiteren Entwicklungsverlauf kognitive Beeinträchtigungen, ADHS sowie soziale und emotionale Schwierigkeiten zur Folge haben kann. Der Konsum von Drogen während der Schwangerschaft kann beim Kind Lernschwierigkeiten, Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeitsentwicklung und -funktion sowie motorische Defizite verursachen.
Genetische Störungen umfassen sowohl vererbte genetische Erkrankungen als auch de-novo-Mutationen in den Genen des Fötus, die zur Entwicklung von Erkrankungen wie dem Down-Syndrom, der Phenylketonurie, dem Fragilen-X-Syndrom und weiteren führen können. Eine mangelhafte Ernährung oder Mangelernährung der Mutter kann die Gehirnentwicklung des Fötus beeinträchtigen und zu intellektuellen Beeinträchtigungen, ADHS sowie weiteren kognitiven und Verhaltensproblemen führen. Gesundheitliche Probleme der Mutter, wie Diabetes mellitus oder Erkrankungen der Schilddrüse, erhöhen ebenfalls das Risiko für das Auftreten von Neuroentwicklungsstörungen.

Perinatale Ursachen beziehen sich auf Ereignisse, die während der Geburt beziehungsweise des Geburtsprozesses oder unmittelbar nach der Geburt auftreten und sich auf Geburtskomplikationen, Sauerstoffmangel sowie traumatische Einwirkungen auf die Gehirnentwicklung beziehen können. In diesem Zusammenhang kann es zur Entwicklung einer hypoxisch-ischämischen Enzephalopathie kommen, die infolge eines Sauerstoffmangels im Blutkreislauf des kindlichen Gehirns während der Geburt oder nach der Geburt entsteht. Dieser Zustand kann zur Entwicklung einer Zerebralparese, zu Entwicklungsverzögerungen sowie zu intellektuellen Beeinträchtigungen führen.
Eine Frühgeburt bezeichnet die Geburt eines Kindes vor der 37. Schwangerschaftswoche; Kinder, die vor diesem Zeitpunkt geboren werden, weisen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Neuroentwicklungsstörungen auf. Geburtstraumata beziehen sich auf körperliche Verletzungen während des Geburtsvorgangs, wie etwa Schädeltraumata oder Schädigungen des Nervensystems, die zu motorischen Defiziten, intellektuellen Beeinträchtigungen und Zerebralparese führen können.
Infektionen während oder unmittelbar nach der Geburt, wie beispielsweise eine neonatale Meningitis oder eine Sepsis, können – sofern das Gehirn betroffen ist – zur Entwicklung von Neuroentwicklungsstörungen beitragen. Neonatale Gelbsucht stellt eine schwere Form der Ikterus bei Neugeborenen dar, die unbehandelt zu Hirnschädigungen führen kann, welche mit Hörverlust, motorischen Beeinträchtigungen sowie Entwicklungsverzögerungen einhergehen.

Die Identifikation und das Verständnis pränataler und perinataler Faktoren, die zu diesen Störungen beitragen, können zu einer verbesserten Diagnostik, Behandlung sowie zur potenziellen Prävention einiger schädlicher Folgen beitragen, die mit diesen Zuständen einhergehen.

Säuglingsalter (von der Geburt bis zum ersten Lebensjahr)

Die psychische Entwicklung von Säuglingen beginnt mit ihrer Geburt. Da Säuglinge nicht verbal kommunizieren, unterscheidet sich ihre psychologische Beurteilung wesentlich von jener bei Kindern, die bereits über verbale Kommunikationsfähigkeiten verfügen. Bei Säuglingen werden vor allem psychomotorische Fähigkeiten beziehungsweise die Sensomotorik sowie die Fähigkeiten der nonverbalen Kommunikation mit der Umwelt beurteilt (Blickkontakt, Lächeln, Lautäußerungen, Bewegung, Stehen, Sitzen, Gehen, Krabbeln sowie Manipulationen im oralen Bereich).
Unmittelbar nach der Geburt werden die angeborenen psychomotorischen Reflexe untersucht, die zu Beginn vorhanden sind und im Laufe der Entwicklung allmählich verschwinden; bis zum Ende des Säuglingsalters sind die bei der Geburt vorhandenen Reflexe in der Regel nicht mehr nachweisbar. Säuglinge kommunizieren überwiegend durch Weinen, was auf einen Zustand der Unruhe hinweist. Da sie verschiedene Anpassungsprozesse an die äußere Umwelt durchlaufen, kann das Weinen mit Schmerzen, Unbehagen, Übelkeit, Zahndurchbruch, erhöhter Körpertemperatur und anderen Belastungen verbunden sein.
Es gibt ruhigere und unruhigere Säuglinge, was unter anderem vom individuellen „Temperament“ des Kindes abhängt, das teilweise durch die Vererbung des Nervensystems mitbestimmt ist. Aufgrund ihres unreifen Immunsystems sind Säuglinge besonders anfällig für Infektionen und bedürfen eines besonderen Schutzes vor mikrobiologischen Erregern. Andererseits kann eine übermäßige Abschirmung des Kindes ebenfalls zur Ausbildung eines weniger widerstandsfähigen Organismus führen, der Infektionen schlechter bewältigt.
Eltern oder Betreuungspersonen entwickeln im Laufe der Zeit spezifische Beziehungsmuster zum Säugling, ebenso wie der Säugling zu ihnen. In diesem Zusammenhang wird auch die Fähigkeit des Säuglings beurteilt, sich an neue und unbekannte Situationen anzupassen sowie mögliche emotionale Bindungen zu Personen oder Objekten aus seiner Umwelt aufzubauen. Aufgrund der natürlichen biologischen Verbundenheit gilt es als nahezu regelhaft (wenn auch mit Ausnahmen), dass Säuglinge ihre erste stabile emotionale Bindung zur Mutter entwickeln, gefolgt von Bindungen zu weiteren Bezugspersonen aus ihrem sozialen Umfeld.

Bereits in der frühen Lebensphase von Säuglingen können – wenn auch mit erhöhtem diagnostischem Aufwand – bestimmte Neuroentwicklungsstörungen erkannt werden. Störungen aus dem Autismusspektrum lassen sich im ersten Lebensjahr nur schwer diagnostizieren; dennoch wird bei Säuglingen in der Regel ihre Entwicklung im sensomotorischen Bereich systematisch beobachtet. Darüber hinaus ist es möglich, das Vorliegen genetischer Störungen festzustellen, wie etwa das Down-Syndrom, das Fragile-X-Syndrom, die zystische Fibrose oder die Sichelzellkrankheit.
Säuglinge mit Down-Syndrom weisen charakteristische körperliche Merkmale auf, die sie von anderen Kindern unterscheiden. Zudem zeigen sie Verzögerungen in der kognitiven Entwicklung und können unter Herzfunktionsstörungen sowie weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden. Das Fragile-X-Syndrom tritt überwiegend bei Jungen auf und führt zu intellektuellen Beeinträchtigungen sowie Entwicklungsverzögerungen, insbesondere im Sprachbereich; im weiteren Verlauf können soziale Ängstlichkeit und repetitive Verhaltensweisen auftreten.
Die zystische Fibrose ist eine genetisch bedingte Erkrankung, die vor allem die Lunge und das Verdauungssystem betrifft, wodurch Säuglinge unter Atemproblemen, Schwierigkeiten bei der Gewichtszunahme sowie chronischen Durchfällen leiden können. Die Sichelzellkrankheit ist durch eine veränderte Form der roten Blutkörperchen gekennzeichnet, was zu Durchblutungsstörungen, Schmerzepisoden sowie einem erhöhten Risiko für Infektionen führt.

Kongenitale Störungen beziehen sich auf angeborene Herzfehler, die sogenannte Lippen-Kiefer-Gaumenspalte („Hasenscharte“) sowie die Erkrankung Spina bifida. Strukturelle Herzfehlbildungen, die bereits bei der Geburt vorhanden sind, können von leichtem bis zu schwerem Ausprägungsgrad reichen und unter Umständen chirurgische Eingriffe erforderlich machen. Zu den typischen Symptomen zählen beschleunigte Atmung, Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme sowie Zyanose (bläuliche Verfärbung der Haut).
Die Lippen- und Gaumenspalte („Hasenscharte“) ist ein angeborener Defekt, bei dem sich die Oberlippe und/oder der Gaumen nicht vollständig ausbilden. Dies kann zu Problemen beim Füttern sowie zu potenziellen Störungen der Sprachentwicklung führen, weshalb in der Regel eine operative Behandlung notwendig ist. Spina bifida ist eine angeborene Fehlbildung, bei der sich die Wirbelsäule nicht adäquat entwickelt, was zu körperlichen und kognitiven Beeinträchtigungen führen kann. Diese können unter anderem Lähmungen, Blasen- oder Darmfunktionsstörungen sowie Lernschwierigkeiten umfassen.

I disturbi del metabolismo si verificano quando l’organismo del lattante non è in grado di metabolizzare adeguatamente determinate sostanze a causa della carenza di specifici enzimi o per altri motivi. La fenilchetonuria è un disturbo genetico del metabolismo in cui il lattante non riesce a degradare l’amminoacido fenilalanina; se non trattata, tale condizione può determinare gravi danni cerebrali. Un trattamento precoce, in particolare mediante diete specifiche, può prevenire queste conseguenze.
L’ipotiroidismo è una condizione in cui la ghiandola tiroidea del lattante non produce una quantità sufficiente di ormoni tiroidei, causando rallentamento della crescita, ritardi nello sviluppo e compromissioni cognitive. Il trattamento precoce con ormoni tiroidei può prevenire l’insorgenza di tali problematiche.
La galattosemia è un raro disturbo metabolico in cui l’organismo non è in grado di metabolizzare lo zucchero galattosio, con conseguenti alterazioni della funzione epatica, cataratta e disabilità intellettive.

Fütterungsprobleme bei Säuglingen können infolge anatomischer, neurologischer oder anderer gesundheitlicher Beeinträchtigungen auftreten. Es kann zur Entwicklung einer gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) kommen, bei der Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt und Unbehagen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme verursacht. Darüber hinaus kann bei Säuglingen eine Laktoseintoleranz auftreten, die zu Blähungen, Durchfällen und Unruhe führen kann.
Säuglingskoliken können ausgeprägtes und anhaltendes Weinen verursachen; sie beginnen in der Regel um die dritte Lebenswoche und dauern bis zum dritten oder vierten Lebensmonat an. Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, sie kann jedoch mit Beschwerden im gastrointestinalen Trakt oder mit der Unreife des Nervensystems in Zusammenhang stehen.

Kindesalter

Das Kindesalter kann als eine Entwicklungsphase verstanden werden, die das frühe Kindesalter, das Vorschulalter sowie das Schulalter umfasst und vom ersten Lebensjahr (wenn das Kind in der Regel nicht mehr gestillt wird) bis zum Eintritt in die Pubertät andauert. Auch zu diesem Zeitpunkt kann in der Regel nicht davon ausgegangen werden, dass das Kindesalter vollständig abgeschlossen ist, da Jugendliche in gewisser Weise weiterhin als „Kinder“ betrachtet werden können, auch wenn sie dies selbst nicht mehr sein möchten. In dieser Phase treten intensivere Veränderungen auf, insbesondere im Zusammenhang mit dem Beginn der manifesten sexuellen Entwicklung und der Entstehung sexueller Interessen.
Das früheste Kindesalter stellt eine unbewusste Entwicklungsphase dar und ist durch eine sogenannte Amnesie gekennzeichnet, das heißt durch das Fehlen bewusster Erinnerungen an diesen Lebensabschnitt. Über diese Phase verfügt der Einzelne im Rahmen einer psychologischen Untersuchung nur über geringe Kenntnisse, ebenso wie über das Vorschulalter, da Erinnerungen an diese Zeit meist verblasst sind. Das Selbstbewusstsein entwickelt sich jedoch etwa ab dem dritten Lebensjahr; zu diesem Zeitpunkt beginnt das Kind, das eigene „Ich“ vom „Nicht-Ich“ zu unterscheiden, und es setzt die Bildung eines Selbstkonzepts ein.
Parallel dazu entwickelt sich das Bewusstsein der Zugehörigkeit zu einem bestimmten biologischen Geschlecht beziehungsweise sozialen Geschlecht (Gender). Gerade im Vorschulalter können bestimmte Formen der geschlechtlichen Nonkonformität beobachtet werden, die Einfluss auf die psychische Entwicklung des Kindes haben können, insbesondere dann, wenn sie nicht mit den heteronormativen Erwartungen der sozialen Umwelt übereinstimmen.

Psychische Probleme oder Störungen, die im Kindes- und Jugendalter auftreten, können mitunter sehr schwerwiegend sein. Das größte Problem bei psychischen Störungen von Kindern sind jedoch häufig die Erwachsenen, insbesondere die Eltern, die oft Schwierigkeiten haben, zu akzeptieren, dass ihr Kind an einer psychischen Störung leidet. Eine frühzeitige Erkennung der Ursachen und Symptome psychischer Störungen führt jedoch zu deutlich besseren Behandlungsergebnissen als deren Verdrängung oder Negierung.
Eine besondere Problematik stellen Kinder mit intellektuellen Beeinträchtigungen beziehungsweise allgemein Kinder mit Beeinträchtigungen der psychophysischen Entwicklung dar – jedoch nicht aufgrund ihrer eigenen Schwierigkeiten, da diese Kinder entsprechend ihren entwicklungsbedingten psychophysischen Möglichkeiten gefördert und unterstützt werden können. Das eigentliche Problem liegt häufig bei den Eltern dieser Kinder, die die Realität nicht akzeptieren und daher selbst psychologische Unterstützung benötigen. Es ist irreführend anzunehmen, dass in solchen Fällen das Kind primär einen Psychologen benötigt; vielmehr richtet sich die psychologische Unterstützung vor allem an die Eltern.
In ähnlicher Weise könnten Kinder mit Verhaltensstörungen deutlich erfolgreicher behandelt werden, wenn parallel zu ihnen auch ihre Eltern in den therapeutischen Prozess einbezogen würden. Sehr häufig sind es nämlich die Eltern selbst, die – sei es auf genetischem Wege oder durch ihre Erziehungsstile, Methoden und Praktiken – zur Entstehung psychischer Probleme bei ihren Kindern beitragen.

Einige psychische Störungen, die typischerweise mit dem Erwachsenenalter in Verbindung gebracht werden, können auch bei Kindern auftreten. Dies gilt unter anderem für Angststörungen, die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), stress- und traumabezogene Störungen sowie affektive Störungen. Demgegenüber treten bestimmte Störungsbilder überwiegend im Kindesalter auf, wie etwa die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), psychomotorische Störungen, Lernstörungen, Störungen des Sozialverhaltens sowie oppositionelle Trotzstörungen.
Bei einigen Kindern können zudem Symptome psychotischer Störungen beobachtet werden, beispielsweise einer Schizophrenie, insbesondere im Zusammenhang mit einer familiären Belastung durch solche Erkrankungen. Zunehmend wird in der Fachliteratur auch über das mögliche Vorliegen psychopathischer Persönlichkeitsmerkmale bereits im Kindesalter, zum Teil schon ab dem Vorschulalter, diskutiert. In Wissenschaft und klinischer Praxis bestehen jedoch weiterhin unterschiedliche Auffassungen darüber, ob bei Kindern tatsächlich von Persönlichkeitsstörungen gesprochen werden kann, da diese nur schwer von Verhaltensstörungen abzugrenzen sind.

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

ADHD ist die englische Abkürzung für Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder beziehungsweise Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Es handelt sich um eine Neuroentwicklungsstörung, die die Aufmerksamkeit (eine kognitive Fähigkeit, die sich auf die Konzentration bezieht und für die Ausführung bestimmter Aktivitäten unerlässlich ist), die Impulskontrolle sowie die Hyperaktivität betrifft. Die Symptome treten in der Regel vor dem zwölften Lebensjahr auf und sind häufig bereits im Vorschulalter erkennbar. Die Störung ist somit durch eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität gekennzeichnet.

Beeinträchtigte Aufmerksamkeit umfasst Schwierigkeiten beim Fokussieren und bei der Konzentration, insbesondere bei Aktivitäten, die einen erhöhten mentalen beziehungsweise intellektuellen Aufwand erfordern, sowie Probleme bei der Aufrechterhaltung und Organisation kognitiver Tätigkeiten. Sehr häufig wird diese Störung im schulischen Kontext sichtbar, wo Kinder nicht in der Lage sind, ihre Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum auf zielgerichtete Aktivitäten zu richten, was in der Folge zu hyperaktivem und impulsivem Verhalten führen kann.

Impulsivität bezieht sich darauf, dass betroffene Kinder – ebenso wie Erwachsene, da diese Störung auch im Erwachsenenalter auftreten kann, jedoch bei Kindern in der Regel ausgeprägtere Probleme verursacht, da Kinder die Problematik häufig noch nicht ausreichend reflektieren können – Schwierigkeiten haben, auf ihren Turnus zu warten, andere zu unterbrechen oder Entscheidungen impulsiv zu treffen, ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken.
Hyperaktivität äußert sich in ausgeprägter motorischer Unruhe („Zappeligkeit“), wodurch es den Kindern sehr schwerfällt, längere Zeit ruhig zu sitzen. Dies führt insbesondere in schulischen oder strukturierten Aktivitäten mit kognitiven Anforderungen zu erheblichen Kontroll- und Aufmerksamkeitsproblemen. Betroffene Kinder sind nicht in der Lage, über längere Zeit ruhig zu bleiben, und zeigen ein anhaltendes Bedürfnis nach Aktivität.

Störung der Affektregulation
(engl. Disruptive Mood Dysregulation Disorder – DMDD)*

Die Störung der Affektregulation mit Ausbrüchen von Wut (engl. Disruptive Mood Dysregulation Disorder – DMDD) ist gekennzeichnet durch häufige und unkontrollierte Wutausbrüche (verbale und/oder körperliche Aggressionsausbrüche, die in keinem angemessenen Verhältnis zur auslösenden Situation stehen), eine chronische Reizbarkeit (Ärger, Missmut, erhöhte Empfindlichkeit zwischen den Episoden der Wutausbrüche), eine inadäquate Reaktion auf Stress sowie ausgeprägte Schwierigkeiten in der Emotionsregulation. Diese äußern sich unter anderem in übermäßiger Wut in alltäglichen Situationen, plötzlichen Stimmungsschwankungen und einer eingeschränkten Fähigkeit, das Kind nach einem Wutausbruch zu beruhigen.
Damit die Diagnose gestellt werden kann, müssen diese Symptome über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr bestehen, mindestens dreimal pro Woche auftreten und in mindestens zwei unterschiedlichen Lebensbereichen beobachtbar sein (z. B. Schule, familiäres Umfeld, Beziehungen zu Gleichaltrigen).

Oppositionelle Trotzstörung

Die oppositionelle Trotzstörung bei Kindern und Jugendlichen ist ebenfalls durch ein anhaltendes Muster von ärgerlichem, reizbarem, streitsüchtigem und oppositionellem Verhalten gegenüber Autoritätspersonen (Eltern, Lehrerinnen und Lehrern sowie anderen Erwachsenen) gekennzeichnet. Betroffene Kinder geraten häufig in Konflikte mit Erwachsenen, verweigern die Ausführung von Anforderungen (z. B. Hausaufgaben erledigen, das Zimmer aufräumen, pünktlich aufstehen, die Schule besuchen, sich im Unterricht ruhig verhalten usw.), provozieren andere wiederholt und neigen dazu, die Verantwortung für eigene Fehler oder unangemessenes Verhalten auf andere zu projizieren (Beginn projektiver Abwehrmechanismen, die im Erwachsenenalter zu emotionaler Instabilität beitragen können).
Diese Kinder sind häufig stark innerlich angespannt, leicht kränkbar, überempfindlich gegenüber Kritik und zeigen rachsüchtiges Verhalten, das mindestens zweimal innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten auftreten muss, um die diagnostischen Kriterien zu erfüllen. Die Symptome gelten als klinisch relevant, wenn sie das schulische, familiäre oder soziale Funktionsniveau erheblich beeinträchtigen, weshalb eine konsequente und strukturierte Erziehung erforderlich ist.
Sehr häufig treten solche Verhaltensmuster im Kontext inkonsistenter Erziehungsstile der Eltern auf (z. B. wenn ein Elternteil einen permissiven und der andere einen autoritären Erziehungsstil verfolgt). Aus diesem Grund ist es im Rahmen der therapeutischen Intervention oftmals notwendig, auch die Eltern einzubeziehen, sodass das Kind in allen Lebensbereichen, in denen es unangemessene Verhaltensmuster zeigt, angemessen begleitet und behandelt wird. Eine Nichtbehandlung dieser Störung im Kindesalter kann zu schwerwiegenderen psychischen Folgen im Jugend- und Erwachsenenalter führen; nicht selten kommt es zu einer Entwicklung in Richtung einer antisozialen Persönlichkeitsstörung, wobei die Betroffenen zu normabweichendem und rechtswidrigem Verhalten neigen, strafrechtlich belangt werden und institutionelle Maßnahmen (z. B. Unterbringung in Erziehungsanstalten oder Haftanstalten) erforderlich werden können.

Störung des Sozialverhaltens

Die Störung des Sozialverhaltens bezieht sich auf deutlich schwerwiegendere Verhaltensweisen als jene, die bei der oppositionellen Trotzstörung beobachtet werden, und ist durch ein persistierendes Muster der Verletzung der Rechte anderer Menschen oder grundlegender sozialer Normen gekennzeichnet. Zu den Symptomen zählen unter anderem: Aggressivität gegenüber anderen Menschen oder Tieren (z. B. das Anzetteln von körperlichen Auseinandersetzungen, das Provozieren anderer, Gewalt unter Gleichaltrigen, sogenanntes Bullying), Zerstörung von Eigentum (Sachbeschädigung, Zerstörung, Brandstiftung usw.), eine ausgeprägte Neigung zu Lügen und Diebstahl sowie schwerwiegende Regelverstöße (Schulschwänzen, Weglaufen von zu Hause, Missachtung schulischer Disziplin, Begehung strafbarer Handlungen).
Unbehandelt kann sich diese Störung im Erwachsenenalter zu einer antisozialen Persönlichkeitsstörung entwickeln und stellt aufgrund der erheblichen Gefährdung für andere Menschen – häufig mehr als für die betroffene Person selbst – ein hohes Risiko dar. Zudem ist sie mit weitreichenden sozialen und rechtlichen Konsequenzen verbunden. Das Vorliegen einer Störung des Sozialverhaltens im Kindes- oder Jugendalter gilt als zentrale Voraussetzung für die Diagnose einer antisozialen Persönlichkeitsstörung. In der klinischen Praxis zeigt sich jedoch auch, dass einzelne Personen im Kindesalter weder entsprechende Verhaltensauffälligkeiten aufwiesen noch mit dieser Störung diagnostiziert wurden, im Erwachsenenalter jedoch antisoziale Verhaltensweisen beziehungsweise eine gestörte Persönlichkeitsstruktur entwickeln, was unter anderem infolge spezifischer Lebensumstände entstehen kann.

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)

Autismus-Spektrum-Störungen stellen eine zunehmende Herausforderung in der psychologischen sowie sonderpädagogischen (heilpädagogischen) Praxis dar, wodurch der Bedarf an fachlichen Interventionen von Psychologen (im Bereich der Früherkennung und Diagnostik) und Pädagogen (im Bereich der Behandlung und Förderung) kontinuierlich wächst. Praktische Erfahrungen zeigen, dass diese Störungen insbesondere bei Kindern im Vorschulalter (z. B. im Kindergarten) zunehmend sichtbar werden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass der intensive Gebrauch technologischer Medien (Mobiltelefone, Tablets, Fernseher) in erheblichem Maße zur Entwicklung dieser Störungen beiträgt, da Kinder, die stärker mit technologischen Geräten als mit sozialer Interaktion aufwachsen, häufig einen veränderten Entwicklungsverlauf aufweisen und infolgedessen vermehrt mit Autismus-Spektrum-Störungen diagnostiziert werden.
Diese Störungen sind durch anhaltende Beeinträchtigungen beim Initiieren und Aufrechterhalten sozialer Kommunikation und sozialer Interaktion in unterschiedlichen Kontexten gekennzeichnet.

Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen zeigen häufig restriktive und repetitive Verhaltensweisen sowie Interessen, begleitet von inadäquaten oder ungewöhnlichen sensorischen Reaktionen auf soziale Reize. Die Symptome können bereits im frühen Kindesalter beobachtet werden, insbesondere dann, wenn die sozialen Anforderungen steigen und sich eine eingeschränkte Anpassungsfähigkeit an das soziale Umfeld zeigt. Diese Störung kann mit oder ohne intellektuelle Entwicklungsbeeinträchtigung sowie mit oder ohne Sprachstörungen auftreten.
Einige Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen beginnen verspätet zu sprechen, verfügen jedoch über ein altersangemessenes Sprachverständnis. In der Kommunikation mit diesen Kindern fehlt häufig die soziale Reziprozität, sodass sie nicht angemessen reagieren, keinen Blickkontakt herstellen oder nicht auf ihren Namen reagieren. Zudem bestehen Schwierigkeiten im Verständnis nonverbaler Signale wie Gestik, Blickkontakt und mimischer Ausdruck. Die Fähigkeit, soziale Interaktionen aufzubauen oder aufrechtzuerhalten, ist eingeschränkt; betroffene Kinder haben Schwierigkeiten, Freundschaften zu schließen und zu pflegen, und zeigen auch im späteren Leben Herausforderungen in partnerschaftlichen, emotionalen und sozialen Beziehungen.
Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen bevorzugen häufig Einzelaktivitäten oder das Alleinsein und zeigen Anpassungsschwierigkeiten an soziale Normen. Typisch sind repetitive Bewegungen wie Schaukeln, Drehen oder rhythmisches Klatschen. Darüber hinaus bestehen rigide, ritualisierte Verhaltensmuster sowie ein ausgeprägter Widerstand gegenüber Veränderungen; die Kinder orientieren sich an festgelegten inneren Ordnungen und reagieren mit erheblicher Belastung, wenn diese gestört werden. Häufig zeigen sie einen intensiven Fokus auf spezifische Interessen, etwa Zahlen, Züge oder bestimmte Gegenstände oder Personen. Zudem können sie eine erhöhte sensorische Sensibilität gegenüber Geräuschen, Texturen oder Licht aufweisen oder Unterschiede in der Schmerztoleranz zeigen.
Weitere Symptome können Angst, Nervosität sowie atypische Reaktionen auf soziale Interaktionen umfassen, die sich entweder in Vermeidung oder in einem übermäßigen Bedürfnis nach sozialem Kontakt äußern. Früher wurde von einer milderen Form des Autismus gesprochen, dem sogenannten Asperger-Syndrom, bei dem die betroffenen Personen über eine durchschnittliche oder überdurchschnittliche Intelligenz verfügen, während beim „klassischen“ Autismus häufig auch intellektuelle und sprachliche Entwicklungsverzögerungen beschrieben wurden. Personen mit dieser Ausprägung zeigen in der Regel gut entwickelte sprachliche Fähigkeiten, jedoch ausgeprägte Schwierigkeiten in sozialen Interaktionen sowie einen intensiven Fokus auf spezifische Interessensgebiete.
In einigen Fällen entwickelt sich ein Kind zunächst altersgerecht, bevor es zu einem plötzlichen Verlust sprachlicher, motorischer oder sozialer Fähigkeiten kommt. Autismus-Spektrum-Störungen werden in der Regel im frühen Kindesalter diagnostiziert. Obwohl es keine heilende Behandlung gibt, können frühe Interventionen – wie Sprachtherapie, Training sozialer Kompetenzen sowie verhaltenstherapeutische Ansätze – dazu beitragen, die Fähigkeiten der Kinder zu verbessern und ihre Anpassung an bestehende Entwicklungsanforderungen zu unterstützen.

Lernstörungen oder Lernbeeinträchtigungen

Lernstörungen oder Lernbeeinträchtigungen treten bei Kindern als spezifische neuroentwicklungsbezogene beziehungsweise neurologische Störungen auf, die ihre Fähigkeit beeinträchtigen, auf eine typische Weise zu lernen, trotz einer altersentsprechenden Intelligenz. Zu diesen Störungen zählen die Lese-Rechtschreib-Störung (Dyslexie), die Rechenstörung (Dyskalkulie) sowie die Schreibstörung (Dysgraphie).
Die Dyslexie bezieht sich auf Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben und Schreiben trotz guter kognitiver Fähigkeiten. Die Dyskalkulie bezeichnet Beeinträchtigungen beim Verständnis und bei der Ausführung mathematischer Aufgaben und Rechenoperationen. Die Dysgraphie umfasst Schwierigkeiten beim Schreiben, Rechtschreiben sowie bei der Organisation von Gedanken in schriftlicher Form. Diese Störungen stehen nicht notwendigerweise im Zusammenhang mit der allgemeinen Intelligenz, sondern betreffen spezifische Lernbereiche, weshalb betroffene Kinder spezialisierte Förder- und Unterstützungsmaßnahmen benötigen, um angemessene schulische Leistungen zu erzielen.

Disturbi psicomotori (tic)

Psychomotorische Störungen beziehen sich auf unwillkürliche, repetitive Bewegungen oder Lautäußerungen, die unter dem Begriff Tics zusammengefasst werden. Motorische Tics können einfach sein (kurz, rasch auftretend und kleine Muskelgruppen betreffend, z. B. Blinzeln, Kopfrucken, Nasenzucken, Schulterzucken, mimische Grimassen) oder komplex (koordinierte Bewegungen unter Beteiligung größerer Muskelgruppen, z. B. Springen, Berühren von Gegenständen oder Personen, Drehbewegungen des Körpers, Nachahmen der Bewegungen anderer Personen – Echopraxie, sowie das Ausführen unangemessener oder obszöner Gesten – Kopropraxie).
Tics können mitunter plötzlich in Situationen starken Stresses oder im Zusammenhang mit traumatischen Erfahrungen auftreten. Sie können vorübergehend oder dauerhaft sein und entweder motorischer oder vokaler Natur auftreten oder in kombinierter Form vorkommen. Beim Tourette-Syndrom treten sowohl motorische als auch vokale Tics auf; letztere äußern sich unter anderem durch Räuspern, Grunzen, Husten oder das Aussprechen obszöner Wörter.

Pubertät und Adoleszenz (spätes Kindesalter und Jugend)

Die Pubertät beginnt mit sichtbaren körperlichen Veränderungen, die sowohl von den Kindern selbst als auch von den Eltern und anderen Personen aus dem sozialen Umfeld wahrgenommen werden können. Diese Veränderungen sind das Ergebnis physiologischer Prozesse im Organismus sowie der biologischen Reifung des Körpers und führen zu einer sogenannten sexuellen Reifung, die primär biologischer Natur ist und nicht zwangsläufig mit einer entsprechenden psychologischen Reifung einhergeht.
Dieser Umstand ist besonders zu berücksichtigen, da pubertierende und adoleszente Kinder eine erhöhte Empfänglichkeit für sexuelle Neugier entwickeln und sich nicht nur auf solitäre, sondern auch auf interaktive sexuelle Aktivitäten einlassen können. Sexualität wird zu einem zentralen Thema in der Entwicklung und im Verhalten junger Menschen, wodurch Jugendliche zugleich eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, da sie vergleichsweise leicht zu Opfern sexueller Ausbeutung durch Erwachsene oder ältere Personen werden können.
Darüber hinaus können Jugendliche auch untereinander risikoreiche Verhaltensweisen zeigen, sei es im sexuellen Bereich oder in anderen Lebensbereichen, wie etwa durch den Konsum von Drogen oder Alkohol, riskantes Fahrverhalten oder ähnliche Aktivitäten. Solche Verhaltensweisen können erhebliche negative Auswirkungen auf die weitere psychische Entwicklung haben. In manchen Fällen handelt es sich lediglich um experimentelles Verhalten; häufig kann jedoch gerade dieses Experimentieren zu unerwünschten Konsequenzen führen. Dazu zählen unter anderem ungewollte Schwangerschaften im Jugendalter, sexuell übertragbare Erkrankungen, die Entwicklung abhängigen Verhaltens (z. B. Drogen- oder Alkoholabhängigkeit) sowie der Missbrauch psychoaktiver Substanzen. Solche Verhaltensmuster können Jugendliche zudem in Konflikt mit dem Gesetz bringen und sowohl ihr eigenes Wohlbefinden als auch das Wohl jener Personen, die für sie Verantwortung tragen, ernsthaft beeinträchtigen.

Die erotische Liebe wird bei jungen Menschen in der Regel erstmals in der Adoleszenz erlebt. In dieser Entwicklungsphase beginnen Jugendliche, Partner zu wählen, in die sie sich verlieben. Das Verliebtsein im Jugendalter ist jedoch häufig von einer Idealisierung der Liebe und von Fantasien darüber geprägt, wie Liebe in den Medien (Literatur, Film, Mainstream-Kultur) dargestellt wird. So neigen Mädchen dazu, sich einen „Prinzen auf dem weißen Pferd“ vorzustellen, während Jungen von einer „Prinzessin, die sie mit einem Kuss erwecken“, träumen (im metaphorischen Sinne). Infolgedessen kann Liebe auf eine obsessive Weise erlebt werden, was zu verschiedenen Problemen im Alltag führen kann, wie etwa zur Vernachlässigung schulischer Verpflichtungen, mangelnder Verantwortung gegenüber schulischen und häuslichen Aufgaben, unüberlegtem Verhalten, dem Verzicht auf Schutz bei sexuellen Kontakten oder dem Konsum psychoaktiver Substanzen.
In Situationen, in denen der Partner die Beziehung beendet oder eine Trennung erfolgt, können aufgrund dieser Idealisierung der Liebe auch suizidales Verhalten, depressive Episoden und andere psychische Probleme auftreten. Auch Erwachsene, die Liebe idealisieren, können ähnliche Schwierigkeiten aufweisen, was darauf hindeutet, dass bei ihnen bestimmte Fixierungen auf frühere Entwicklungsphasen sowie ungelöste Entwicklungs- und Identitätskrisen aus der Jugendzeit fortbestehen.

Störungen, die typischerweise in der Pubertät und Adoleszenz auftreten, betreffen häufig den Bereich des sexuellen Verhaltens, da es in dieser Entwicklungsphase zur Ausprägung sexueller Bedürfnisse und Interessen im interaktiven sozialen Umfeld kommt. Für die Adoleszenz sind zudem Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa) charakteristisch, da in diesem Lebensabschnitt verstärkt Fragen des Körperbildes auftreten, was zu einem gestörten Selbstkonzept führen kann, das wiederum die Entwicklung der gesamten psychosozialen Identität beeinflusst.
Oppositionelles Verhalten aus der Kindheit kann erneut auftreten, ist jedoch in dieser Phase häufig ausgeprägter und rebellischer, sodass Jugendliche vermehrt oppositionelle Haltungen gegenüber Erwartungen und Anforderungen zeigen. Es kann zu Schulverweigerung kommen; bei einigen Jugendlichen treten auch Weglaufen von zu Hause sowie andere Formen verantwortungslosen Verhaltens auf, die als deutliche Warnsignale für die Notwendigkeit fachlicher Hilfe zu werten sind.
Jugendliche suchen in der Regel nicht selbst professionelle Unterstützung, da sie häufig davon ausgehen, diese nicht zu benötigen und ihre Probleme eigenständig lösen zu können. Gleichzeitig verfügen Erwachsene nicht immer über ausreichende fachliche Kenntnisse der Jugendpsychologie, um Jugendlichen mit ihrem spezifischen Persönlichkeitsgefüge angemessen zu begegnen. Für einige Jugendliche stellt eine institutionelle Unterbringung die einzige Lösung dar; in bestimmten Fällen besteht zudem die Notwendigkeit einer Hospitalisierung und medikamentösen Behandlung, insbesondere bei psychotischen Störungen, substanzbezogenen Störungen sowie bei schweren Verstößen gegen gesetzliche Normen.
Einige Jugendliche können zudem besonders anfällig dafür sein, Opfer von Menschenhandel, Minderjährigenprostitution sowie sexueller oder anderer Formen der Ausbeutung zu werden, was in bestimmten sozialen Milieus, einschließlich marginalisierter Subkulturen, verstärkt auftritt. Grundsätzlich können bei Jugendlichen alle psychischen Störungen auftreten, die sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen beobachtet werden. Eine frühzeitige psychodiagnostische Abklärung und frühe Intervention tragen in hohem Maße zu einem besseren Wohlbefinden von Jugendlichen sowie der Personen bei, die für sie Sorge tragen. Am häufigsten wenden sich Eltern an Fachkräfte, weil die Beziehungen zu ihren Kindern im Pubertäts- oder Jugendalter erheblich belastet oder gestört sind.

Jugendliche können mit unterschiedlichen Problembereichen konfrontiert sein, wobei sie sich besonders intensiv mit dem eigenen Selbstbild, dem eigenen Körper sowie mit der Wahrnehmung durch andere beschäftigen. Die Entwicklung eines gesunden Selbstkonzepts und eines stabilen Wertesystems ist von zentraler Bedeutung für das weitere emotionale und soziale Funktionsniveau junger Menschen. Darüber hinaus werden Jugendliche zunehmend zu Opfern des medialen Mainstreams, da sie sich mit Vorbildern identifizieren, die ihnen über verschiedene Medienplattformen präsentiert werden.
Mit der allgegenwärtigen Verfügbarkeit des Internets sind auch unterschiedlichste Inhalte jederzeit zugänglich geworden, die einen erheblichen Einfluss auf Jugendliche ausüben können. Durch den Konsum solcher Inhalte besteht die Gefahr, dass Jugendliche ihre Wahrnehmung von sich selbst und von der Welt verzerrt entwickeln. Dieses Phänomen ist insbesondere in der modernen Gesellschaft und bei Generationen ausgeprägt, die nach den 1990er-Jahren, also im dritten Jahrtausend, geboren wurden – einer Zeit rasanten technologischen Fortschritts, der zwar zahlreiche Vorteile, zugleich jedoch auch spezifische Problemlagen mit sich gebracht hat.
Jugendliche übernehmen mediale Inhalte häufig unkritisch und entwickeln im Zuge von Identifikationsprozessen mit Schauspielern, Sängern und anderen Figuren des Mainstreams eine erhöhte Vulnerabilität für psychische Störungen. Ein besonders aktuelles Problem stellt die Identifikation von Jugendlichen und Kindern mit sogenannten „populären Berufen“ wie TikToker, YouTuber oder anderen Formen von Influencern dar, die im eigentlichen Sinne keine klassischen Berufsbilder darstellen. Diese Personen zeichnen sich weniger durch besondere Fähigkeiten oder Kompetenzen aus, sondern vielmehr durch Strategien der monetären Selbstvermarktung, was von jungen Menschen häufig als gesellschaftlich „richtig“ oder erstrebenswert interpretiert wird.
Infolgedessen verlieren Jugendliche mitunter die Motivation zum Lernen und zur schulischen Bildung, da sie zu der Überzeugung gelangen, dass formale Bildung keine Voraussetzung für finanziellen Erfolg darstellt. Die teils enormen finanziellen Gewinne, die auf diesem „influencerbasierten“ Weg erzielt werden, werden zu einem zentralen Ziel jugendlicher Bestrebungen. Gleichzeitig trägt der mediale Einfluss durch Musik, Film und andere Formen der sogenannten „Medienkunst“ zunehmend dazu bei, Jugendliche in eine von Gewalt und Kriminalität geprägte Vorstellungswelt zu ziehen. Jugendliche identifizieren sich dabei unkritisch mit kriminell orientierten Personen und nehmen ein kriminelles Leben als „cool“ wahr.
In diesem Zusammenhang entwickeln männliche Jugendliche häufig Fantasien gesteigerter Attraktivität durch kriminelles Verhalten, das medial oftmals im Sinne einer Hypermaskulinisierung dargestellt wird. Weibliche Jugendliche wiederum können kriminell agierende Männer als besonders attraktive Partner wahrnehmen und dabei ein spezifisches psychologisches Phänomen entwickeln, das als Hybristophilie bezeichnet wird.

Hybristophilie

Hybristophilie ist ein Zustand (da er bislang nicht als eigenständige psychische Störung klassifiziert ist), bei dem eine Person sexuelle Anziehung gegenüber Personen empfindet, die eine Straftat begangen haben oder typischerweise mit kriminellem Verhalten in Verbindung gebracht werden. Besonders ausgeprägt ist diese Anziehung gegenüber Tätern schwerer oder gewalttätiger Straftaten, wie etwa Raubdelikten, Tötungsdelikten oder Drogenhandel.
Mitunter wird dieser Zustand auch als „Bonnie-und-Clyde-Syndrom“ bezeichnet, in Anlehnung an das kriminelle Paar aus den 1930er-Jahren, das durch eine Serie von Raubüberfällen und Tötungsdelikten bekannt wurde.

Hybristophilie kann auch im Erwachsenenalter ausgeprägt auftreten und ist durch eine intensive Faszination für Personen gekennzeichnet, die als kriminell gelten, insbesondere für jene, die wegen schwerer Straftaten wie Tötungsdelikten oder gewalttätigem Verhalten verurteilt oder angeklagt sind. Betroffene entwickeln häufig die Vorstellung, dass sie selbst in der Lage seien, den Straftäter zu „verändern“ oder „zu retten“, indem sie ihn idealisieren und trotz der begangenen Straftaten ein positives Bild von ihm konstruieren.
Solche Personen empfinden häufig Erregung im Kontakt mit der kriminellen Population und neigen dazu, Kriminalität und Gefahr zu romantisieren, wobei sie die von den Tätern begangenen Gewaltverbrechen ausblenden oder bagatellisieren. Sie tendieren dazu, kriminelles Verhalten zu rechtfertigen, indem sie wiederholt Erklärungen für die kriminelle Disposition der betreffenden Personen finden. Im Verhalten äußert sich dies unter anderem darin, dass Betroffene von Straftätern fasziniert sind, ihnen Briefe schreiben oder den Kontakt zu ihnen suchen, während diese inhaftiert sind. Darüber hinaus bemühen sie sich, Beziehungen zu Personen aus dem kriminellen Milieu aufzubauen, sowohl während deren Inhaftierung als auch nach deren Entlassung, bis hin zum Wunsch, mit ihnen eine partnerschaftliche Beziehung oder sogar eine Ehe einzugehen.

Betroffene treten öffentlich für die Rechte von Straftätern ein oder engagieren sich in Online-Gemeinschaften (oder anderen Gruppen), die die Rechte von Kriminellen vertreten oder diese glorifizieren. Sie entwickeln häufig eine obsessive Beschäftigung mit dokumentarischen Inhalten über Kriminalität, True-Crime-Formaten sowie mit realen Personen aus dem kriminellen Milieu.

Es wird zwischen einer sogenannten „passiven“ und „aggressiven“ Hybristophilie unterschieden. Die passive Hybristophilie beschreibt eine sexuelle oder emotionale Anziehung zu Straftätern, ohne dass die betroffenen Personen selbst strafbare Handlungen begehen. Häufig gehen sie mit den Tätern eheliche oder partnerschaftliche Beziehungen (sogenannte nichteheliche Lebensgemeinschaften) ein, insbesondere während deren Inhaftierung. In bestimmten sozialen Kontexten lässt sich beobachten, dass inhaftierte Straftäter über soziale Netzwerke oder Bekannte Partnerinnen finden, die formell als Lebenspartnerinnen anerkannt werden, um regelmäßige Besuche mit erweitertem Kontakt wahrnehmen zu können.
In der Gesellschaft existieren zahlreiche Beispiele von Bewunderinnen serienmäßiger Gewalttäter oder aggressiver Krimineller, die medial als „Helden“ inszeniert werden und deren physische Erscheinung eine besondere Faszination ausübt. Bei solchen Straftätern, die starke Anziehung auslösen, finden sich häufig Kombinationen schwerer Persönlichkeitsstörungen, insbesondere antisoziale und narzisstische Persönlichkeitsstörungen, nicht selten verbunden mit psychotischen, bizarren Persönlichkeitsmerkmalen sowie paraphilen Störungen (sexuell geprägten Störungsbildern).

Die aggressive Hybristophilie umfasst auch die aktive Beteiligung an kriminellen Aktivitäten gemeinsam mit den Straftätern, von denen sich die hybristophil betroffene Person angezogen fühlt. Bei diesen Personen zeigen sich häufig ein geringes Selbstwertgefühl sowie ein starkes Bedürfnis nach Bestätigung durch eine als „dominant“ oder „mächtig“ wahrgenommene Person, aber auch ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis (insbesondere wenn sich der Partner in Haft befindet und somit keine Möglichkeit hat, andere Beziehungen einzugehen). Darüber hinaus weisen diese Personen häufig eine ausgeprägte Neigung zur Suche nach Spannung und Sensation auf.
Sie können belastende Vorerfahrungen, insbesondere Traumata im Zusammenhang mit Missbrauch, aufweisen; zugleich kann dieses Phänomen auch als Folge einer medialen „Romantisierung“ von Kriminalität entstehen, etwa durch dokumentarische oder künstlerische Filme, Literatur, Musik und ähnliche Medieninhalte. Obwohl es sich hierbei nicht um eine offiziell klassifizierte psychische Störung in den gängigen Klassifikationssystemen handelt, kann die aggressive Hybristophilie erhebliche Beeinträchtigungen im alltäglichen Funktionsniveau der betroffenen Personen verursachen, die unter diesen „Symptomen“ leiden.

Im Jugendalter wird die zentrale Frage „Wer bin ich?“ besonders bedeutsam, und junge Menschen versuchen, darauf Antworten zu finden, indem sie ihre Identität entwickeln und in verschiedenen Lebensbereichen experimentieren. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage der psychosexuellen Identität, die sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen kann, sofern die entsprechenden inneren Konflikte in der Adoleszenz nicht gelöst werden.
Jugendliche wenden sich häufig mit Fragen an Psychologen, die ihre psychosexuelle sowie ihre allgemeine psychosoziale Identität betreffen, welche sich maßgeblich während der Adoleszenz formiert. Die Identitätsentwicklung stellt keinen einfachen Prozess dar, da Jugendliche mit zahlreichen Anforderungen konfrontiert sind. Der Entwicklungsabschnitt selbst ist von raschen und tiefgreifenden Veränderungen geprägt, an die sich Jugendliche erst anpassen müssen. Gleichzeitig verlangen Erwachsene nicht selten von Jugendlichen, einerseits „Kinder“ zu bleiben und andererseits bereits wie Erwachsene zu denken und zu handeln. Diese widersprüchlichen Erwartungen versetzen Jugendliche häufig in eine Situation der Orientierungslosigkeit, sodass sie unterschiedliche Rollen ausprobieren, um eine eigene Position zu finden.

Psychische Belastungen und Schwierigkeiten in der Adoleszenz entstehen infolge biologischer Faktoren (Genetik, Neurochemie des Gehirns und hormonelle Veränderungen), umweltbezogener Einflüsse (familiäre Konflikte, traumatische Erfahrungen, Gruppendruck durch Gleichaltrige, soziale Netzwerke und Medien) sowie psychologischer Faktoren (niedriges Selbstwertgefühl, Stress im Zusammenhang mit schulischem oder akademischem Leistungsdruck und Identitätsprobleme).
Psychologen können wesentlich zu einer erleichterten und konstruktiven Bewältigung adoleszenter Krisen und innerer Konflikte beitragen, vorausgesetzt, dass Jugendliche eine angemessene therapeutische Beziehung (Transferenz) zum Psychologen aufbauen und ausreichend motiviert für die Zusammenarbeit sind. Einige Jugendliche geraten aufgrund von Gesetzesverstößen in gerichtliche Maßnahmen und werden in Institutionen untergebracht, die unter der Aufsicht von Gerichten und Staatsanwaltschaften stehen. Diese Jugendlichen erfordern einen multidisziplinären Ansatz, an dem Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen beteiligt sind, darunter Psychologie, Psychiatrie, Pädagogik, Soziale Arbeit, Rechtswissenschaft und Kriminalistik.

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Emir Hadzimehmedovic

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